Mittwoch, 29. Juli 2009

Dieser Post rockt :-)

2006 war ich schon mal auf nem Mogwai-Konzert, was mich endgültig davon überzeugte, dass ihre Musik live noch viel besser als ohnehin schon ist. Das Ticket war im Vergleich zu 2006 acht Euro teurer (30,- statt 22,- Euro), dies aber nur als Anmerkung :-).

Supported wurde Mogwai am 11.11.2008 von The Twilight Sad, bei deren Anblick mein erster Gedanke „Irre, ne Postrockband mit Sänger, der nur Sänger ist.“ war. Leider habe ich kaum was verstanden, die sangen nämlich mit starkem schottischen Akzent, was heißt schon Akzent: Schotten hab ich noch nie verstanden, da nützen die besten Englischkenntnisse nichts. Musikalisch ordnen sich The Twilight Sad in die Reihe der Bands mit gewaltigen Gitarrenausbrüchen ein, bei denen der Sänger dermaßen mitleidet, dass er in die Knie geht, um mit Trommelstöcken apathisch den Bühnenboden im Takt zu malträtieren. Alles in allem ganz okay, es ist aber auch kein Verlust, wenn man sie nicht kennt.

Die Setlist von Mogwai bestand vorrangig aus Stücken des aktuellen Albums „A Hawk is Howling“, aber auch ein paar Klassikern á la „Friend of the Night“ und „Hunted by a Freak“.



Nun gibt es bei Mogwai, man mag es kaum glauben, auch ruhige Stellen. Die sind nicht nur hervorragend geeignet, sein Gehör auf eventuelle Anzeichen von Tinnitus zu prüfen (wenn’s klingelt, nicht aufmachen!), sie sind vor allem auch notwendig, damit sich daraus die brachiale Musik Mogwais entwickeln kann. Natürlich kann man das den unaufhörlich quatschenden Ignoranten schlecht vermitteln, die allen im Umkreis von 10m lautstark mitteilen, wo sie am letzten Wochenende waren und dass sie das Rauchen aufgegeben haben. Würden sie doch auch noch das Reden aufgeben, es wäre ebenfalls gesund (wenn Blicke nämlich töten könnten..). Mogwaistücke sind definitiv nix für Menschen mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne.

Tja, was soll ich zur Musik von Mogwai noch schreiben? Bis auf wenige Ausnahmen kann ich die Lieder sowieso nicht auseinander halten, ich mag aber das Spiel von Lautstärke- und Tempowechsel, Dunkelheit und gleißendem Licht. Bei Mogwai geht man nicht aus sich raus, man horcht eher in sich rein, so seltsam das jetzt auch klingen mag.

Bei der Zugabe aus "Like Herod" und "Batcat" verfällt das Publikum in Schockstarre, beobachtet, wie sich die Spannung langsam aufbaut, jeder weiß, dass es gleich mörderisch kracht, aber noch ist nicht absehbar, wann. Und so erschrecken sich die meisten kurz, als es einen gnadenlos erwischt, das tut weh und gut, geht an Grenzen des Erträglichen, aber auch halbtaub wird jetzt noch gegrinst.

Das Video zu "Batcat", der fulminanten Zugabe erspare ich Euch, denn ich hab mich nicht getraut, es bis zum Ende anzuschauen. Gruselig, gruselig. Wer mutiger ist, schaut hier.

Um es kurz mit einer SMS von diesem Abend zu sagen:
„Wahnsinn, Mogwai.. Erst streicheln sie einen, dann werfen sie dich an die Wand.. dagegen wird Lambchop morgen Wiegenlieder summen.“

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