Freitag, 28. Dezember 2007

28.12.2007

Hello & Goodbye

So, bin nun also in Sydney, alles wunderbar, die ersten Drinks sind getrunken, Ente und Rotkohl gab es auch, mittlerweile sind alle acht Dresdner eingetrudelt und es ist scheinbar das Normalste der Welt. Der erste Trupp fährt jetzt Richtung Byron Bay, wo ein Haus darauf wartet, verwüstet zu werden. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen nen Guten Rutsch, feiert zünftig! Es ist Zeit, alles auf Neustart zu setzen



Meine Wünsche für 2008:





PROST!

Dienstag, 25. Dezember 2007

26.12.2007

10kg Kartoffeln

Nachdem ich gestern fast den ganzen Tag, Abend und die halbe Nacht wie ein Steppenwolf durch die einsamen Strassen Taupos wanderte, wähnte ich mich zwischenzeitlich immer wieder in einem Bild von Edward Hopper - immer dann, wenn ich das Angebot eines freundlichen Tankstellenbesitzers annahm, der mir stundenlang Asyl gewährte & für meinen Koffeinschock mitverantwortlich ist. Ich saß am Tresen hinter der Glasfront, beobachte den Kaffeedampf & Nieselregen und wartete. Worauf auch immer. Irgendwann ging mir auf, dass die Europa-Australien-Silvesterfatsche-Reisenden wahrscheinlich genauso lange unterwegs sind, wie ich von Neuseeland aus benötige. Das muss man mir erstmal nachmachen! Wenn ich heute Abend in Sydney lande, bin ich jedenfalls gute 36 Stunden auf den Beinen. Aber zurück nach Taupo (ooor nee, bitte nicht). Kurz bevor der Bus kam, wurde es nochmal spannend, denn mich quatschte ein Neuseeländer an, der ursprünglich von den Fiji-Inseln stammt, woraufhin ein weltgewandtes "Bula!" meinerseits durch die leeren Straßen Taupos hallte und sofort sein Herz gewann. Und dann erzählte er, veranschaulicht durch nicht gerade sparsam angeführte präzise Preisangaben, ungerundet hinterm Komma, dass die Kartoffeln in Australien billiger sind, was ein Liter Benzin kostet, wieviel Steuern er bezahlt, welche Menge Reis man in Thailand für einen Dollar bekommt, dass er sein Auto gestern im See versenkt hat und nur deshalb in Taupo gestrandet ist. Armer Kerl! Aber sehr unterhaltsam. Fast hätte ich länger in der Stadt bleiben wollen, einfach nur um zu Reden. Der Bus verließ Taupo 20min vor planmäßiger Abfahrt, um nach fünf Minuten entspannten Rollen durch Nebelfelder bei Vollmond erstmal 45 Minuten Pause einzulegen. Ganz toll. Ich war dem Großraum Taupo noch nicht mal annähernd entkommen. Nun sitze ich völlig zerknautscht in Auckland, habe weitere zehn Stunden totzuschlagen und bin noch etwas verwirrt über meinen kurzen Traum von jeder Menge Kartoffelpuffer an einem Strand in Fiji.

25.12.2007

Selbstversuch

Ich werde in wenigen Minuten erstmals coffeinfreien Kaffee trinken, weil ich in den letzten vier Stunden ungefähr fünf reguläre Kaffees trank. Warum? Nun, ich sitze in Taupo, die Straßen sind wegen Weihnachten leergefegt, es regnet immer wieder, der Wind pfeift und der einzige Laden, der geöffnet hat, ist ein Internetcafe sowie die Tankstelle. Warum ich in Taupo sitze? Weil ich auf den Nachtbus warte. Der fährt aber erst in 7,5 Stunden. Nach Auckland. Dort hänge ich dann morgen den ganzen Tag rum und warte auf den Flug nach Sydney, der geht aber erst am Abend. Klingt ein wenig fehlorganisiert, ist es wohl auch, aber so ist es "on the road" nun mal (übrigens wirklich ein sehr lesenswertes Buch). Und so investiere ich das Geld, was ich vermeintlich sparte, weil ich keine Übernachtung bezahlen muss, in zielloses Surfen im Web und eine Kaffee-Pipeline. Mich beruhigt nur, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt bereits 7,5 Stunden rumbekommen habe. Fragt mich bitte nicht wie. Ich weiß es auch nicht.

Und weil mir gerade langweilig ist, stelle ich jetzt Bilder vom Weihnachtsabend am Lake Taupo ins Netz:









Ich habe so eine leise Ahnung, dass ich mich morgen aus Auckland wieder melde :)

Montag, 24. Dezember 2007

24.12.2007

Are we moving?

Brandaktuell!!! Gerade erst vom Segeltörn zurück und schon im Netz! Sonnenbrand an Weihnachten! Frohes Fest! :)

Yo, wie sich diesen Stichworten vielleicht schon entnehmen lässt, waren wir heute drei Stunden auf'm Lake Taupo rumschippern, der übrigens etwas größer als Singapore ist und bis zu 200m tief. Manchmal fehlte der Wind, mitunter brachte er uns ordentlich in Schräglage und ich fands toll, toll, toll. Plane deshalb gerade eine Weltumsegelung zu den Inseln dieser Welt. Dorthin, wo nur einmal im Monat ein Postschiff vorbei kommt. Statt Comments und Mails der gute alte Briefweg. Oder Flaschenpost. Was mich auf die nächste Idee bringt, aber die wird nicht verraten, weil sie sich eh jeder denken kann :) Ich bin gerade albern. Deswegen stell ich jetzt schnell ein paar Bilder rein und kaufe mir dann Orangen und Nüsse. Weil die zu Weihnachten gehören. Also ... bis später!







Wenigstens e i n m a l im richtigen Moment abgedrückt. Es gab aber auch nur einen Versuch:









Maori carvings



Das Boot gehörte mal Errol Flynn. Und der hat mal Robin Hood gespielt. Ich weiß nicht, warum ich das schreibe, aber so stand es in der Infomappe. Und das hier fand ich irgendwie sympathisch...

Weihnachten

Weihnachten in Neuseeland

Es scheint Mode zu sein, sich eine Weihnachtsmannmütze aufzusetzen, woraufhin ich weder Tankstellenbesitzer noch Bankangestellte wirklich ernst nehmen kann. Auch die zu Dekorationszwecken verwendeten Schmuckelemente sind durchaus streitbar. Lichterketten blinken hysterisch und Papp-Weihnachtsmänner überraschen, oder vielmehr erschrecken einen hinter jeder Ecke. Konsum ist genauso angesagt wie in Deutschland, nur werden die Kassenzettel Geschenke hier erst am Dienstag überreicht. Es mutet schon etwas seltsam an, einen Weihnachtsbaum mit allem Brimbamborium zu betrachten, wenn draußen die Blumen blühen, die Sonne brennt und der einzige Zimt, den man auftreiben kann im Apfelkuchen von McDonalds steckt. Aber ich will ja nicht meckern, das ist auch mal eine Erfahrung und bringt die Erkenntnis mit sich, dass ich mich tatsächlich nach ein bisschen Kälte, Schnee und Glühwein sehne. Okay, kalt war es in den letzten Nächten auch in Taupo/Tongariro Nationalpark, Schnee habe ich auch auf den Bergen gesehen und Rotwein könnte ich mit Leichtigkeit warm machen, aber das ist nun mal einfach nicht dasselbe. Es fehlen die rot gefrorenen Wangen, die dunklen, leeren Straßen, widrige Witterungsverhältnisse und verdammt noch mal ja ... Das leise Rieseln von Schneeflocken. Ich hoffe, Ihr erlebt das.

Und ich wünsche der werten Leserschaft natürlich schöne Weihnachten!
Danke für jede Mail, jeden Kommentar, bitte mehr davon :)

also dann... ich hoffe, Ihr bekommt viele und vor allem die richtigen Geschenke



auf jeden Fall sollte das hier dabei sein:



Von mir gibt's dieses Jahr nur ein fröhliches Winken und ein dickes zufriedenes Grinsen.
Die Kleinen haben es nicht mehr geschafft, die Geschenke rechtzeitig auszuliefern



und der Weihnachtsmann war verhindert...



Meine Weihnachtssterne sehen dieses Jahr so aus:



Und wer in die Schleife geht, trinkt bitte einen (oder zwei, oder ...) Wodka-Lemon für mich mit :)
Lasst es krachen! Und beachtet bitte Punkt 1. Punkt 7 erscheint mir persönlich auch nicht so unwichtig ;)



Ich denk an Euch, wo auch immer Ihr Euch gerade alle so rumtreibt...

21.12.-22.12.2007

Warten

Wir machten uns aus dem verregneten Taupo aus dem Staub...

Auf dem Weg in der Nähe von Turangi





brodel, brodel, dampf





Abends kamen wir im Tongariro Nationalpark an und glaubten uns in einer endlosen Fototapete. Ich für meinen Teil konnte den Blick vom Panorama nicht lösen … total begeistert. Eine bis zum Horizont unwirklich wirkende Landschaft aus Bergen und Steppe bei schönstem Abendlicht und mit genau richtig dosierten



Sorry, wenn sich jetzt alles doppelt, ich bekam meinen Finger nicht mehr vom Auslöser





Mt. Ruapehu





Mt. Ngauruhoe aka Mordor aka Mt. Doom





















David Lynch lässt grüßen

Am nächsten Tag hatte sich das Wetter allerdings im Wolkenmaß etwas vergriffen und das Panorama über und über in Watte gehüllt.



Statt Wandern gingen wir also in uns. Nun bringt Meditation vielleicht Klarheit, aber nicht unbedingt klare Sicht. Und im Regen auf'm Berg rumzustapfen, nein, das wollte ich nicht. Aber zum Glück ist Langeweile chancenlos, wenn Bücher in der Nähe sind - und kleine Ortschaften, die es zu erschließen gilt...
In Raetihi vertrödelten wir einen ganzen Nachmittag mit Kaffee trinken und lasen einen acht Seiten langen Artikel über die Kriminalität in Neuseeland - bevorzugtes Opfer: Touristen. Und ich rede hier nicht von der Dusseligkeit ausgeraubt zu werden, weil die Digitalkamera auf dem Armaturenbrett so schön in der Sonne glitzert, sondern von richtig fiesen, brutalen Überfällen. Briten wählten Neuseeland in einer Umfrage zum viertgefährlichsten Reiseland und mir kam auf einmal alles verdächtig vor, zumal ein großer LKW aus völlig unerfindlichen Gründen direkt vor unserem Auto parkte und dabei die Sicht darauf verdeckte. Die alte Dame in der Touristeninfo hob auch bedeutungsvoll die Augenbrauen und meinte nur, sie wolle, dass es den Gästen der Region gut geht. Ob sie damit meinte, dass man seine Habseligkeiten behält oder in einem Stück das Land wieder verlässt, blieb als Frage im Raum schweben. Friedlich grasende Schafe, sanfte Hügel, beruhigendes Meeresrauschen, Farben, an denen man sich nicht satt sehen kann, freundliche Menschen… Alles nur Fassade! (Schrieb ich nicht vorhin was von Fototapete? …!!!) Ich hab das Land total falsch eingeschätzt. Hilfe, holt mich hier raus! Gibt es auf den Seiten vom Auswärtigen Amt eigentlich schon Reisewarnungen? Ab sofort verdächtige ich auch die Oma, die mich heute so nett angelächelt hat und mir einfach so ein schönes Weihnachtsfest wünschte. Sie fragte mich nämlich, wo ich Weihnachten verbringe, auf meine Antwort „Campingplatz“ wollte sie wissen, auf welchem. Oh mein Gott.. sie wird ihren Enkel und seine Bande hinschicken. Ich muss vorsichtiger sein. Ich will zurück nach Südafrika!

Rückweg nach Taupo...





Lake Taupo unterm Apfelbaum

20.12.2007

Nüscht zu tun

In Taupo lässt es sich hervorragend abhängen. Mehr bleibt mir nicht zu sagen. Na okay, sobald der Himmel aufriss, schauten wir uns die Huka Falls an… auch hier wieder touristisch bestens erschlossen, mit Toiletten, auf denen man bezahlen muss, Security fürs Auto bewachen und Jetboat-Superduper-Adrenalinkick(Gähn!)-Sonderangebot.

Lake Taupo kann so aussehen:



oder so:



und das sind die Huka Falls...
Der Waikato River erzeugt 15% des neuseeländischen Stroms - nur mal so als Randinformation









blubber blubber dampf



schlechter Geschmack im McDonalds