Dienstag, 28. Juli 2009
Die Nacht der lebenden Toten
Wer alte Plastic Phreak-Partys miterlebt hat, weiß, dass dort schon immer auch Verpeilte rumsprangen, es dunkel war, der Strom ausfallen konnte und die Musik im Ohr zwirbelte. 13 Jahre später springen am 1.11.08 erstaunlich viele Verpeilte durch die Gegend, die Sicherung knallte raus, es war dunkel und die Musik bot eine „Klassiker-Quote“ von über 50%, aus der sich leicht eine Top 148 Alltime Favorites generieren ließe. Meine Einschätzung zum Geschehen beschränkt sich auf das, was ich als Bar“dame“ beobachten konnte und das war, gelinde ausgedrückt, fürchterlich. Das Publikum setzte sich zu einem Drittel aus bekannten Gesichtern der Jetzt-Zeit zusammen, zu einem Drittel aus Publikum, welches sich unter großem Hallo nach 13 Jahren scheinbar erstmals wiedersah und einem weiteren Drittel mir völlig unbekannter Besucher. Und leider leider waberte eine Menge Aggressionspotential durch die Räumlichkeiten. Durch Fehlorganisation (= Veranstalterschelte ;)) wirbelten nur zwei Mädels hinterm Tresen, um den vielen Durstigen der bestens besuchten Galerie Disko die Getränke auszuschenken. Diese (die Getränke, nicht die Mädels!) wiederum waren so billig, dass man gleich zwei bestellen konnte und es finanziell immer noch nicht weh tat - so stieg der Alkoholpegel binnen kürzester Zeit auf ein beachtliches, oder sagen wir es treffender: erschreckendes Maß. Das bereits erwähnte Aggressionspotential bekam also Flüssignahrung und wir Mädels an der Bar plötzlich so einiges zu hören. Wenn vier Hände 15 Biere und 17 Mixgetränke gleichzeitig zubereiten sollen, kann das schon mal etwas länger dauern, ein paar Anwesende waren geduldig (ich bin kurz davor, mich dafür zu bedanken), ein paar andere wurden ausfällig. Da wird man als Thekenfotze betitelt, mit „Ey Schlampe“ um Aufmerksamkeit gebuhlt, Eiswürfel können plötzlich fliegen - Flugrichtung Personal, es wird symbolisch mit Bierflaschen auf einen gezielt und die Stimmung ist immer kurz davor, zu eskalieren. Früher war sicher nicht alles besser, aber schon irgendwie anders. Freundlicher in jedem Fall.. aber vielleicht lag's auch nur an Halloween.
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