Freitag, 4. Juli 2008

12.06.2008

Fliegen mit US Airways

Trotz zahlreicher Stempel im Pass und einer daraus resultierenden gewissen Souveränität und Routine war ich gespannt, ob das Einreiseprozedere in die USA wirklich so umständlich und investigativ ist, wie immer gemunkelt wird. Beim Warten auf den wie üblich verspäteten Flug in San Jose erspähte ich übrigens mehrere Spendenboxen, in denen um das Kleingeld Abreisender gebeten wurde. Soviel zum Thema innovative Ideen der Andrea B. Ich habe natürlich gleich eine Blattschneiderameisenkolonie im Regenwald gerettet, weil ich das Wort Blattschneiderameisenkolonie mag. Als ich während des Wartens flink im Kopf überschlug, dass ich inklusive Landung in Charlotte/North Carolina, Einreise in die USA, Gepäck abholen, Terminalwechsel, Check-In, erneuter Gepäckaufgabe und Abflug nach Detroit/Michigan ganze 45 min hatte, wurde ich ein wenig nervös. Endlich im Flieger lenkte mich das hervorragende Entertainment der US Airways – Crew von meinen Befürchtungen, den Anschlussflug zu verpassen, ab, indem sie verblüffend ähnlich Zombie-Features nachstellten: festgetackertes Lächeln, abenteuerlich toupierte Haare und aufgerissene Augen, die aufgrund verpfuschten Liftings nicht mehr zuklappen wollten. Ein paar von ihnen sahen so alt aus, dass ich beinahe meinen Sitzplatz angeboten hätte. Das wirklich erschreckende war dann aber, dass diese Zombies mich permanent mit Sweetheart und Darling betitelten. Aaaaarrrggghhhh!
Der Officer an der North Carolinischen Passkontrolle war außerordentlich nett, aber nach einem Blick auf die vielen Stempel auch sehr an meinen Erlebnissen des letzten Jahres interessiert. Während Fingerabdruck, Foto, Nachweis über Rückflugticket und Adresse in den USA innerhalb von Sekunden erledigt waren, wollte er noch wissen, wie es so in Südafrika ist und ob ich eher Chile oder Argentinien empfehle. Nach unzähligen Wünschen für einen tollen, sicheren Aufenthalt konnte ich entkommen und hetzte zu meinem Anschlussflug. Charlotte scheint ein neues Drehkreuz in den USA zu sein, allein im Bereich B gibt’s 16 Gates, was mich sentimental an Launceston/Tasmanien denken ließ: dort gibt es zwei Gates - eins für Ankunft, eins für Abflug, egal woher, egal wohin.

Wie man es schafft in einer Halbzeit nicht nur in den USA ein-, sondern auch weiterzureisen, steht hier:

00 (Minute) Landung
05 raus aus dem Flieger – vorher unruhig im Gang von einem Fuß auf den anderen zu treten, ist totaler Quatsch
06 Zügig an den lahmen Enten mit Rollkoffer vorbei gehen
07 Nie die erste Toilette nach dem Aussteigen aufsuchen – Anstehen vorprogrammiert. Stattdessen Pass, Weiterflugticket, Customs Declaration bereit halten
08 Visaantrag finden, in BLOCKSCHRIFT ausfüllen, Einreihen, Warten
15 Vorbereitete Nachweise übersichtlich vor Mr. Officer auffächern, Schwätzchen, Lächeln, Fingerabdrücke, Foto
20 Bye
22 Pinkelpause - watt mutt datt mutt...
25 Gepäckband finden
30 Gepäck finden
31 grobe Orientierung, Gate checken – aha, eine Änderung
32 Hoch in die zweite Etage
33 Einer alten Dame, die den Aufzug in 2m Entfernung nicht gesehen hat, mit den Koffern helfen
36 Zeit für ein Schwätzchen
38 Erneuter Check-In, Gepäck aufgeben
40 es empfiehlt sich, immer mit leeren Hosentaschen zum Security Check zu gehen und den ganzen Klimperkram entweder einfach in Jackentaschen zu stopfen, oder zu entsorgen, Schuhe ausziehen - ausgelatschte Sneaker eignen sich hervorragend, über die löchrigen Socken feiner Herrschaften grinsen, Laptop immer in ne Extra-Box
41 Wirke ungefährlich, haha. Durchatmen, Orientieren, der Versuchung, ins erste Pub einzufallen, widerstehen
42 rechts abbiegen, Lautsprecheransagen zuhören, mein Name ist nicht dabei. Ah, der erste Laden voller Basecaps – ich bin zumindest schon mal im richtigen Land. Weitergehen, Blick zur Uhr.
43 Einen Zahn zulegen, dabei lächelnd "excuse me & sorry" in alle Richtungen verteilen, mit dem Boardingpass wedeln, das sieht dringend aus
44 Gate erreichen, in den Sitz fallen
45 der Captain meldet sich mit „Hi Folks“ zu Wort

Halbzeitpause: Ich ordere ein Ginger Ale. So viel Extravaganz Spaß muss sein.

2. Halbzeit
Es bietet sich ein ähnliches Bild

0 Landung
04 vom neugierigen Sitznachbarn verabschieden
05 raus aus dem Flieger
06 zügig an den lahmen Enten mit Rollkoffer vorbei gehen
07 sich einen Überblick verschaffen
10 Gepäckband finden
12 den Abholservice erspähen, Begrüßungszeremonie & Freude
15 Gepäck finden
22 in den Autositz fallen

Herrlich!



*Bing*

3 Kommentare:

  1. jaaaaaaa. ein lebenszeichen :-)

    ... die tage werden bereits gezählt bis zur destination melt!

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  2. @s.sx: ach quatsch. die kommt ni wieder ...

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