Buenos Aires ist eine Stadt, in der man es aushalten kann, die aber (und zum Glück bestätigten mir das mittlerweile auch andere Reisende) genauso gut in drei Tagen abgehakt ist, sollte man es eilig haben. Mich drängelte nix, also blieb ich noch, fand sogar ein paar nette Ecken und deshalb gibt's hier noch ein paar Stadtansichten:




























Am 01.04. setzte ich mit der Fähre zum Tagesausflug nach Colonia del Sacramento/Uruguay über. Das war unglaublich schön. Richtig, richtig schön. Anders kann man es nicht bezeichnen. Ich würde Euch auch gern die wirklich tollen Aufnahmen zeigen, denn in Colonia wimmelte es nur so an Details und Besonderheiten, das geht aber nicht - denn mittlerweile hat man mir die Kamera geklaut. Das ist leider kein Aprilscherz. Ich bin noch hin- und hergerissen zwischen froh darüber sein, dass es „nur“ (ausgerechnet!) die Bilder aus Colonia betrifft, „nur“ die 1GB und nicht die 2GB-Speicherkarte drin steckte, der Ersatzakku und das Ladegerät noch da sind, oder ob ich dem totalen Frust verfalle. Mist, der Frust überwiegt. Danke, Kamera, du hast brav durchgehalten, sämtliche Erschütterungen, Wetterlagen und Bedienfehler ertragen, erste und letzte Sonnenstrahlen, so manche Schönheiten eingefangen. Ersatz zu finden, wird schwer … wie es halt so ist mit Liebgewonnenem.
Colonia del Sacramento ist die älteste Stadt Uruguays und platzt bald vor Charme. Kopfsteinpflaster, Oldtimer, Sonnenschein, Motorroller, bunte Fassaden, kleine Häuser, die sich aneinander ducken, Gemütlichkeit, Straßencafés, Platanen. In Buenos Aires war ich wieder auf Steffi getroffen, sie von diesem Tagestrip zu überzeugen, war ein leichtes und so buchten wir eine organisierte Tour - die war nämlich nicht nur billiger als die reine Hin- und Rückfahrt, sondern beinhaltete auch Mittagessen und eine Stadtrundfahrt in die modernen Bezirke Colonias, so dass wir nun wissen, wo sämtliche Schulen, die BBQ-Stellen und das Stadium sind, was im Nachhinein sogar Sinn macht, denn auch wenn man denkt „man, ich will doch nicht nach Colonia ziehen!“, überlegt man es sich am Ende des Tages vielleicht anders. Kurz: ein total entspannter Tag, ich fand’s großartig und behalte diese Bilder hoffentlich lange im Kopf. Was bleibt mir auch anderes übrig.
Und dann hieß es, Tschüss Buenos Aires, aber was war das denn bitte für ein Scheißtag?! Ich will meine Klamotten aus der Wäscherei abholen, werde aber nur mit einem Kopfschütteln bedacht. Wie jetzt? Wir gucken gemeinsam Stinkiges und frisch Gewaschenes durch, nix, nada. Die hat wohl bereits jemand anderes eingesackt. Besonders schmerzlich ist der Verlust von zwei Sachen: mein knallrotes banq.de-Shirt, was meine Werbeträgertätigkeit nun darauf beschränkt, auf sämtlichen Hostelcomputern banq.de als Startseite zu hinterlassen ;) sowie mein Island-Shirt, das ich 1999 auf der Insel erstanden habe und was seitdem auf jedem (Auslands)Trip als Schlafshirt diente. Abteilung: Ideelle Werte. Unersetzlich.
Was für ein Scheißtag, Teil 2: Ich will mir also neue Klamotten kaufen und brauche dafür Geld. Haha. Gute Idee. Nur leider spuckt keiner der sieben angesteuerten Geldautomaten Bares aus. Hä? Was’n hier los? Ich renne kreuz und quer durch Buenos Aires und irgendwann panisch zurück ins Hostel, um beim Onlinebanking zu überprüfen, ob ich eventuell meine Finanzen überschätzt habe. Nö, sieht eigentlich gut aus. Ich probiere es erneut und kann stolze 60 Euro abheben. Ungefähr genauso viel wie es mich Gebühren kosten wird. Das Geld nützt mir aber nur noch, um das Hostel zu bezahlen, denn ich muss schleunigst zum Bus.
Was für ein Scheißtag, Teil 3: Meine 20h-Tour nach Salta beginnt mit einem unfreundlichen Fahrer, einer auf Antarktis eingestellten Klimaanlage, einem Trockenbrot-Fresspaket und einem merkwürdigen Sitznachbarn, der auf der Suche nach Handynetz ständig meine komplette linke Körperhälfte berührt. Ich mache ihm klar, dass er, wenn er weiterhin meinem Bein oder meinem Arm zu nahe kommt, gleich was anderes empfängt, er bestraft mich wenig später mit dem ungewöhnlichsten kontinuierlichsten Schnarchen der letzten Monate. Ich fluche in die Dunkelheit.
Erfahren Sie im nächsten Beitrag, ob meine kleine Pechsträhne anhält. Naja, eigentlich habe ich es ja bereits verraten...
Ohhhhr was? Und ich dachte, du wäschst das banq-Shirt mit der Hand :-)
AntwortenLöschenAnsonsten nicht unterkriegen lassen und immer an den Spruch denken, der Sandra schon in AUS begeisterte: "Wird schon wer'n mit der Mutter Bär'n, mit der Mutter Born is ouch geworn. Nur die olle Schmitten, die hat gelitten." Naaaa, und? Heisst du Schmitt? SIEHSTE! :-)
@alltagsphilosoph:
AntwortenLöschendanke, das baut ungemein auf. ich werde den rest meiner reise unter dieses motto stellen :))