Samstag, 5. April 2008

03.04.2008

Wie man 20h Busfahrt übersteht

Schon beim Ticketkauf bekam ich den unfähigsten Verkäufer ab. Ich teilte ihm ungefähr acht Mal mit, dass ich „Miercoles“ (Mittwoch) fahren will, beim neunten Mal hatte er es endlich begriffen „Ah, Miercoles“. Ja, Mann, Bingo! Mensch, das ist noch nicht mal ein Wort, was man falsch aussprechen kann! Die Sympathie war gegenseitig, er gab mir einen Platz direkt hinter dem Kaffeeautomaten, was mir die Erkenntnis einbrachte, dass es noch bescheuerter ist, Actionfilme zu hören, als sie sich anzuschauen. Ich ging dazu über, zukünftige Steaks auf der Weide zu beobachten, Traktoren und Mähdrescher zu zählen (57) und der Sonne beim Untergehen zuzuschauen, was spätestens dann sinnlos wird, wenn einen nur noch das eigene Spiegelbild in der Scheibe anglotzt. 500 Seiten Frida-Kahlo-Biografie später, rechnete ich hoch, dass ein Trockenbrot-Fresspaket, vier Hörbücher und der Ausbruch der Eiszeit meinen Geiz, das Doppelte für einen Inlandsflug auszugeben, nicht rechtfertigen und strich klammheimlich einige Reiseziele von der Liste. Tja und dann war ich in Salta, das Hostel schnell gefunden, ich unternahm die üblichen Anpassungsprozesse ... Unterkunft erkunden, einmal um den Block laufen, den nächsten Supermarkt finden und einen kurzen Blick auf den Stadtplan werfen. Am Abend wollte ich fröhlich bloggen und stellte fest: meine Kamera ist verschwunden. Ich dreh mal eben durch!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen