Sonntag, 16. März 2008

03.03.2008

Navimag - Tag 1

Einchecken, Abchecken, volle Fahrt voraus

Obwohl das Ablegen des Schiffes für 16 Uhr angedacht war, musste man schon 9 Uhr morgens da sein, um einzuchecken und halbwegs gute Plätze zu ergattern. Wir quetschten uns in einen total überfüllten Minibus und verursachten an unserer Endhaltestelle eine ziemliche Aufruhr, denn mit uns mussten natürlich unsere Kraxen aussteigen - nur hatten die sich inzwischen am anderen Ende des Autos verkeilt. Es war ein großer Spaß, anzusehen, wie 20 Leute wegen zwei Rucksäcken Akrobatik betreiben müssen. Ich reiste gemeinsam mit einer Deutschen, die ich in Puerto Varas kennengelernt hatte und traf beim Boarding zufällig drei meiner Mitbewohner aus Valparaiso wieder. Es versprach also eine lustige Zeit zu werden. Kontaktanbahnung ist auf einem Schiff sowieso unumgänglich, vor allem wenn man in der billigsten Kategorie reist. Mit einiger Skepsis und wenig Erwartungen betraten wir den 22-Personen-Schlafsaal, was sich als viel entspannter entpuppte, als zunächst befürchtet. Der Raum war in Vierer-Kabinen eingeteilt, es gab genug Stauraum, lediglich die Türen fehlten. Unser zeitiges Erscheinen sicherte gute Plätze, wir erwischten Betten am Fenster und sahen noch beim Einsortieren die ersten Delfine. Ein Amerikaner namens Quinn, der Alex genannt werden wollte und eine sehr lustige Holländerin waren unsere Mitbewohner, alle anderen Reisenden der C-Klasse lernten wir beim Abendbrot kennen, denn man teilte nicht nur das gleiche Schicksal, Komfort und Raum, sondern auch die gleiche Schicht, wenn es hieß, "Essen ist fertig!". Drei Gänge waren obligatorisch, man hatte die Wahl zwischen zwei Alternativen und egal, was man wählte, geschmeckt hats immer. Meeresluft macht hungrig. Es war lustig zu beobachten, wie alle Backpacker glücklich grinsend alles, was sie kriegen konnten, in sich reinschaufelten, denn die meisten hatten seit Monaten nicht mehr so gut, so viel, so abwechslungsreich und vor allem so regelmäßig warm gegessen. Nach einigen Runden Verdauungsspazierung an Deck war das Kennenlernen so gut wie abgeschlossen, man hatte sich einen Überblick über Nationalitäten und Reisepläne verschafft und eine Vorahnung, mit wem man für die nächsten vier Tagen eine Crew bilden würde, Grüppchenbildung unausweichlich. Es waren sehr nette, sehr witzige und sehr interessante Menschen aller Altersklassen an Bord, die Wettervorhersage noch immer blendend, das Unterhaltungs(DVD)programm bot Che Guevaras "The Motorcycle Diaries" - Langeweile ausgeschlossen, die Stimmung ausgelassen.



volle Fahrt voraus









1 Kommentar:

  1. Ich habe übrigens schon viel zu lange nicht mehr durch ein Zeichen erkennen gegeben, dass ich den Blog nach wie von vorne bis hinten durchlese. Es ist toll, Dich so auf dieser Reise zu begleiten. Und vielleicht ja bald sogar in echt für ein paar Tage. Jubel Jubel freu freu. Da ist es bestimmt auch nicht so ekelig kalt wie hier :-)

    AntwortenLöschen