Wir kamen mal wieder in einem Motel unter und verfuhren diesmal nach dem Motto „Bezahl 2, Nimm 4“ – es war doch eh schon alles teuer genug und es hätte eh niemand gecheckt, wie viele Leute in so einem Zimmer absteigen. Wir waren nun also in Melbourne, wollten ein paar Tage bleiben, hatten keine Unterkunft und mussten das Auto abgeben. Nach mehreren erfolglosen Anrufen in Hostels und ausgelacht werden an Motel-Rezeptionen, kam uns einmal mehr Annett zur Hilfe. Sie hatte zwar irgendwann mit mir gerechnet, aber nicht mit mir und drei Begleitern. Ein paar Textnachrichten und Telefonate später war klar, dass wir in ihrer WG unterkommen können. Juhu!

oder auch

Ich klingelte erstmal bei der falschen Wohnung und rief ein euphorisches „Germans in da house“ in die Wechselsprechanlage. Ich hoffe, die Gute am anderen Ende hat sich von ihrem Schreck mittlerweile erholt und ist aus ihrem Versteck wieder rausgekommen. Da war ich nun also wieder, eigentlich hatten Annett und ich uns schon vor Monaten voneinander verabschiedet und für Dresden verabredet, aber erstens kommt es anders und zweitens ... Also hieß es erneut Sightseeing Melbourne inklusive verwundertem Kopfschütteln über all die architektonischen Experimente, die man in der Stadt vollführt, Tennis kucken am Federation Square und St. Kilda im Sturm.











Rumalbern



Möchtegern-Diskussion über Tennis:

Und vor atemberaubender Kulisse Stadionatmosphäre nachfühlen. Man beachte die ausgeglichene Aufteilung von Zusammenbruch am Spielfeldrand - Beifallsbekundungen - mal wieder alles verpasst haben - Unzufriedenheit mit der Entscheidung :)

Nachdem sich die zwei Urlauber doch noch Richtung Queensland absetzen konnten und Heiner wieder nach Sydney fuhr, blieb ich noch ein paar Tage, nicht ganz unbeeinflusst von einem Missverständnis am Bahnhof. Eigentlich wollte ich nämlich noch ins vielgeschmähte Canberra fahren, um mir selbst einen Eindruck zu verschaffen, ob es wirklich so trostlos sei. Die Angestellte von Countrylink erzählte mir irgendwas von 17 Uhr Abfahrt nach Canberra, als ich am nächsten Tag mein Ticket abholen wollte, fuhr aber um die Zeit kein Zug nach Canberra. Das tut er nämlich nie. Er kommt stattdessen 17 Uhr in der Hauptstadt an. Das macht einen kleinen, aber feinen Unterschied. Also warf ich meine Pläne über den Haufen, buchte mir den Nachtzug nach Sydney und strapazierte für eine weitere Nacht Annetts Gastfreundschaft, die wohl schon nicht mehr daran glaubte, dass ich jemals wieder verschwinden würde :). DANKE!


Wenn mich jemand fragen würde, ob ich denn nun Sydney oder Melbourne schöner finden würde, fiele mir eine Antwort wirklich schwer. Für mein Empfinden hat Melbourne mehr Atmosphäre, ist irgendwie gemütlicher, schräger, hat die cooleren Straßenbahnen, in denen fast jeder liest und ich die ein oder andere Buchempfehlung abstauben konnte, letztlich aber ist Melbourne wohl einfach nur anders. Sydney ist die Touristenhochburg, grüner, aufstrebender und man ist ständig am Wasser, was möglicherweise einen kleinen Vorsprung herausarbeiten kann. Ich weiß es einfach nicht. Ich habe mich in beiden Städten sauwohl gefühlt und finde den Grabenkampf zwischen den beiden Metropolen genauso sinnvoll wie
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