Endlich wieder on the road...
Nachdem man mich in Wellington bereits zwei Mal nach dem Weg fragte (ich konnte selbstverständlich korrekt Auskunft geben ;)), wurde es Zeit, die Stadt zu verlassen und das zu tun, was man in Neuseeland am Besten macht: Reisen. Der Lonely Planet informierte uns, dass im 16km Radius von Masterton 3 000 000 Schafe leben würden. Das nahm ich natürlich nicht ungeprüft hin und begann zu zählen… bei Nummer 37 rannte plötzlich ein Lämmchen los, ich verzählte mich, gab die Statistik zugunsten einer groben Schätzung auf und bin mir ziemlich sicher, dass der Lonely Planet Recht hat. Irgendwas von dem, was da drin steht, muss schließlich stimmen. Wenn es schon nicht die Preise, (wirklichen) Highlights, Straßennamen sind…
Kurz danach knallte e(twa)s. Gegen die Scheibe. Auf der Beifahrerseite. Also auf meiner. In Sichthöhe. Ein kurzes Zusammenzucken später, erkannte der geschärfte Blick einen heftigen, kreisrunden, coladosengroßen Sprung im Glas. Wilde Spekulationen waren im Gange. Carsten ging von einer Riesenhummel aus, ich vermutete einen Vogel, der jetzt um einen Kopf kürzer sein dürfte. Das Runde muss ins Eckige hat das Tierchen jedenfalls völlig falsch verstanden.
Bei einem kurzen McDonalds-Zwischenstopp fragte ich mich, warum man eigentlich jedes Mal von Neuen akribisch die Angebotstafel studiert, obwohl man am Ende doch immer das Gleiche wählt: Cheeseburger, Pommes & dazu ne Coke. Gleiches Prinzip: Warum fotografiert man immer wieder Möwen? Oder Wellen? Sehen doch letztlich überall gleich aus… Es sei denn natürlich, sie sind besonders schön, oder besonders hässlich, besonders groß, besonders klein, oder besonders nervig, dass man sie mit dem Blitz blenden muss … Letzteres ist natürlich nur auf Möwen anwendbar und hilft auch nicht bei der Entscheidungsfindung an der McDonalds-Theke. Obwohl es bestimmt lustig wäre, immer erst den McDonalds-Angestellten zu fotografieren, der einen bedient. Manche sind ja besonders schön, besonders hässlich, besonders groß… Aber weiter im Text…
Auf dem Weg in den Nordosten sollte später ein Wildlife Park bestaunt werden, der aber schloss äußerst touristenunfreundlich bereits 16:30 Uhr, was weit vor unserer Ankunftszeit lag. Wir sahen noch einen Minihasen (zu klein, um ihn selbst mit Zoom einzufangen) und eine Riesentaube, die sogar ziemlich schön war (unfassbar, dass ich so was über Tauben sage). Am Ende des Tages landeten wir in Pahiatua, um dort für 3 Euro pro Nase zu nächtigen. Was für ein Schnäppchen. Angesichts der ausrangierten Busse auf dem Campingplatz, umfunktioniert in Wohnmobile, kamen auch die Erinnerungen an höchst eigentümliche Bewohner dieser Anlagen auf, die sich aus Aussteigern, Menschen mit Vollmeise und Papagei, Rentnern, Gescheiterten etc. zusammensetzt, welche inmitten von gepflegten (Kleinst-)Steingärten in abenteuerlichem Aufzug ihre Fernsehantenne richten und jeden Kennenlernen wollen, der es wagt, Fuß in ihr Revier zu setzen. Der Experte in Pahiatua zeigte sich beeindruckt von der Größe heutiger Flugzeuge, hat nichts gegen Deutschland, auch wenn er dort zwei seiner Geschwister im Krieg verlor, erzählte irgendwas von „Die Russen kommen“, besaß zwei Katzen, die einen immerzu anstarrten und warf mir ständig Kusshände zu. Nach meinen Erfahrungen vom letzten Neuseeland-Aufenthalt war er aber ein harmloses Exemplar… (stimmt doch, M., oder? :)
Und so sah es an der Strecke aus...




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