Dienstag, 4. September 2007

28.08.2007

Lost

Der Weg in die Drakensberge gestaltete sich schwieriger als gedacht. Mit dem Bus fuhr ich problemlos bis nach Pietermaritzburg, ab dort ging dann erstmal gar nichts mehr. Ich telefonierte wie wild rum, bekam ein Shuttle zur nächsten Unterkunft, allerdings erst fünf Stunden später. Da stand ich nun also, war weit und breit die einzige Weiße, wurde von Kindern angefasst und von Erwachsenen angestarrt. Dabei ist PMB durchaus eine größere Stadt, die mit einigen Sehenswürdigkeiten aufwartet. Gandhi sind hier seltsame Dinge widerfahren, die ihn dazu bewegten, seinen gewaltfreien Widerstand zu initiieren, Mandela hielt seine letzte freie Rede vor seiner Inhaftierung und das größte Ziegelsteinhaus der südlichen Hemisphäre steht auch in PMB. Ich war beeindruckt ;). Als ich die vielen neugierigen Blicke nicht mehr aushielt, entschloss ich, zurückzustarren, allerdings auf Gemälde & Co. in der Art Gallery. Dort hingen zu meiner Überraschung bunt durcheinander gewürfelt zwischen zeitgenössischer afrikanischer Kunst auch Miro, Picasso, Degas, Matisse und sogar eine Käthe Kollwitz. Ich war schon wieder beeindruckt und schaffte es, in drei Räumen zwei Stunden zu vertrödeln. Kontemplative Kunst nennt man das wohl. Dann wurde es höchste Zeit für meinen Shuttle-Service, bei dessen Anblick ich mir ein Grinsen nicht verkneifen konnte, denn ich fuhr mit einem Kurierdienst mit. Eingequetscht zwischen meinen Habseligkeiten, noch einem Mitreisenden und diversen Gütern holperten wir zwei Stunden Richtung Drakensberge. Dort warfen sie mich in einer Klein(st)stadt aus dem Auto. Der Chef des Unternehmens fuhr mich ins nächste Dorf, gab mich dort an einer Hotel-Rezeption ab, wo ich eine halbe Stunde später vom Backpackers-Besitzer eingesammelt wurde und somit nach zehn Stunden Reisezeit für nicht mal 200km am Bestimmungsort ankam. Irgendwo in der Einöde. Herrlich.





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