Mittwoch, 29. Juli 2009

Safe inside this sound

Der Beatpol ist am Abend des 05.12.08 nur spärlich gefüllt, zu unbekannt ist William Fitzsimmons.

Als Vorband agiert ein Mensch mit Gitarre, der traurig-ruhige Lieder singt, sehr schüchtern wirkt und seinen Namen ein paar Mal leise ins Mikro nuschelt, wodurch ich ihn einfach nicht verstehen kann, so gern ich es auch würde. Seine CDs sind während der Tour leider alle vergriffen, aber man könne ihn über Myspace anschreiben.. ach, wenn man doch nur wüsste, wie er heißt! Eigentlich klingen alle Lieder gleich, aber sie sind eben alle auch sehr schön und für sein scheues Auftreten bekommt er einen Mitleids-/Sympathiepunkt von mir. Auf Festivals wird man ihn wohl nie sehen, da übertönt der Bestellvorgang am Bierstand in 150m Entfernung den Ärmsten sofort.

Der Unterhaltungsfaktor steigt, als William Fitzsimmons die Bühne betritt. Hinter Mütze, Schal, dichtem Bart und Gitarre verbirgt sich einer, der in der folgenden Stunde vom Loslassen und nicht loslassen können, Geständnissen und Eingestehen, späten Entschuldigungen und Schuld, vom Zuhause und der Suche danach, Hoffnung und Verletzlichkeiten singt. Und als wäre das nicht schon genug Material, was emotionale Seelen verarbeiten sollen, tut er das auch noch mit einer Stimme, die trotz Erkältung erstaunlich klar klingt. Er trägt gelassen, mitunter fast flüsternd, seine Lieder vor - das Publikum lauscht andächtig. Weil das auf Anhieb nun nicht gerade unterhaltsam klingt, versucht sich Fitzsimmons mit einer Tasse Tee in der Hand während der Liedpausen als Geschichtenerzähler mit einer gehörigen Portion Humor. Er macht sich permanent über sich selbst lustig, lässt Bühnenpartner Jonny Dinge ins Deutsche übersetzen, die die Anwesenden längst verstanden haben, er wartet auf Lacher, zweifelt an seinem Humor und bedankt sich artig fürs Erscheinen, obwohl doch so ein großes Fußballspiel laufe (Hoffenheim vs. Bayern München). Die Anwesenden aber sind offensichtlich viel mehr an melancholischen Herbststürmen, als an der Herbstmeisterschaft interessiert und so gelingt es Fitzsimmons, dass auf seine Ankündigung, nun kämen „more songs about heartbreak“, das Publikum fast schon jubelnd reagiert. Er performt unter anderem auch mehrere Lieder aus seinem Album „The Sparrow And The Crow“, was zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch gar nicht veröffentlicht war und macht dieses Konzert mit seiner sympathischen Art und seiner unglaublichen Stimme zu einem absoluten Highlight.

Uneingeschränkte Empfehlung für alle, die noch Lachen können, wenn ihnen das Wasser schon in den Augen steht.



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