Donnerstag, 23. Juli 2009

the headaches on mondays must be pretty bad in this city

Die Scheune Lounge hat noch nie zu meinen favorisierten Locations gehört, weder für Konzerte, noch für Party. Es ist und bleibt ein Durchgangsbereich, der allein aufgrund der Lage denkbar ungeeignet für Akustikkonzerte ist. Zur rechten Seite befindet sich das Gitter, was die Gäste des Scheune Cafes vom Konzertpublikum trennt. Die Geräuschkulisse aus „Tür auf/Tür zu“ und Gesprächen aus dieser Richtung wird dadurch aber leider nicht minimiert. Zur linken befindet sich die Bar, wo Gläser, Wechselgeld, Kaffeemaschinen und Personal potentielle Geräuschquellen sind. Hinter einem ist der Ein- und Ausgang, der als solcher natürlich auch genutzt werden will und die Toiletten. Tja und vor einem hockt an diesem Tag (12.09.2008) ein dünnes Mädchen namens Kat Frankie mit seltsamen Haaren und Akustikgitarre auf einem Barhocker und erweckt dabei den Eindruck, es wäre ihr eher unangenehm im Mittelpunkt zu stehen. Nachdem sich die 30 Anwesenden in die richtige Zuhörposition gebracht haben, beginnt sie zu singen. Sie singt über geben, ohne darum gebeten zu werden, vom Schweigen, Enttäuschungen und davon, dass man manchmal das Glück vor der Nase hat, ohne es zu erkennen. Sie singt von Streit und davon, alles sagen, aber nicht zuhören zu wollen. Sie singt über Städte und die Menschen, die in ihnen leben – mit all ihrer Einsamkeit, den kleinen und den großen Lieben, die Frage ob man noch ausgehen soll oder doch lieber schlafen, übers Weggehen und Wiederkommen, Trennungen und Wut.. und genauso vielfältig ist auch ihre Stimme, hin- und hergerissen zwischen Flüstern und manchem aggressivem Auffahren, mal brüchig, zittrig, umkippend wie scheinbar unspektakuläre Situationen, die die Kraft haben, einen für Augenblicke von den Füßen zu hauen. Sie solle doch mal glückliche Songs schreiben, wurde ihr gesagt - sie schrieb doch wieder ein Trennungslied. Dann ist bis zum letzten Akkord gespenstige Ruhe im Publikum und vorm Scheune Cafe Eingang nebenan lachen unbekümmert ein paar Gäste. Wie es eben so ist im Leben. Es ist nicht immer schön, aber man kann wunderbar darüber reden. Oder eben singen. Sie sagt: „I feel a little bit better afterwards“. Na dann.. weitermachen!

Wer mit mir mal „BerlinSong“ gucken will, meldet sich bitte. In die Dresdner Kinos hat der Film es nicht geschafft, aber als DVD lässt er sich bestimmt auftreiben.

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