Nach ein paar Tagen Strand, Wundliegen in der Hängematte, einer Jahresration Mückenstiche und apokalyptischen Nachmittags-Regen war mir irgendwie nach Szenenwechsel, also machte ich mich auf und davon, mitten rein ins Land nach La Fortuna, wo sich einer der zehn aktivsten Vulkane weltweit befindet. Die Fahrt war mal wieder beschwerlich, riskante Manöver beim Ausweichen vor Schlaglöchern und Kamikazefahrern inklusive. In La Fortuna angekommen, war das Glück nicht ganz auf meiner Seite, ich landete im Partyhostel und teilte das Zimmer mit einer Horde halbwüchsiger Amerikaner, die sich „lustige“ Trinkspiele ausdachten und dabei vor Vergnügen quiekten, als hätten sie noch nie Alkohol getrunken. (Mir fiel erst später ein, dass die das in den USA ja erst ab 21 dürfen und angesichts der Tatsache, dass fünf von ihnen abends bei Mama anriefen, schätze ich, dass sie wirklich noch nie zuvor Alkohol, jedenfalls nicht in diesen Mengen, konsumiert hatten.) Wenigstens hat keiner gekotzt. Ich wechselte dennoch am nächsten Tag die Unterkunft, fand ein Zimmerchen ganz für mich allein für 5 Euro und hoffte, dass endlich mal der Regen aufhört, der von früh bis spät unaufhörlich niederging. Mittlerweile hatte ich auch erfahren, dass in Samara just an dem Tag, als ich es verließ, so ne Art Hurrikan-Vorbote durchgesaust war und das Städtchen tagelang ohne Wasser und Strom auskommen musste. Auch andere Dörfer auf der Nicoya Peninsula waren betroffen, Brücken stürzten ein, Straßen waren unpassierbar, ein paar Ortschaften wurden per Helikopter mit Lebensmitteln versorgt. Ich hatte rechtzeitig die Biege gemacht. Während es sich also in ganz Costa Rica richtig eingeregnet hatte, blieb mir nicht viel mehr übrig, als zu lesen, Kolibris zu beobachten, zu lesen, Kolibris zu beobachten und zu lesen sowie Kolibris zu beobachten, die bei all der Nässe völlig kirre wurden und immer tiefer flogen.








Das überaus verlockende Angebot eines Amerikaners, für die nächsten drei Wochen seine Freundin zu werden, musste ich leider ablehnen, denn ich war zu diesem Zeitpunkt nur noch zwei Wochen im Land. Und dann riss endlich der Himmel auf - für ganze drei Stunden. Ich schnappte mir zwei Holländer (wie das jetzt schon wieder klingt) aus dem Hostel, organisierte ein Taxi und ließ uns zum Vulkan kutschieren, an dessen westlichen Abhängen die Lava fließt. Was für ein Anblick. Wir guckten eine Stunde sprachlos auf das Spektakel, den Geräuschen der Nacht ausgesetzt, umschwirrt von Fireflies, die das ganze noch mystischer machten. Großartig! Nachdem der wichtigste Tagesordnungspunkt als erledigt betrachtet werden konnte, ließ ich mich per Minibus-Boot-Minibus nach Santa Elena transportieren, was einen 3h-Trip über Land und See bedeutete, anstatt sechs Stunden kopfschüttelnd Kraterlandschaften (lies: Schlaglöcher) aus dem Busfenster zu betrachten. La Fortuna ist von Santa Elena übrigens 20km Luftlinie entfernt... nur mal so als Anhaltspunkt, wie schnell man hier voran kommt...

In Ermangelung einer guten Kamera versuchte ich mein Bestes - zufriedenstellende Ergebnisse sehen sicher anders aus :)
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