Ich glaub’s ja nicht. Regen in Whangarei - der angeblich sonnigsten Stadt Northlands. Gleiches Spiel wie vor sechs Jahren. Damals haben wir unser Zelt im Matsch auf- und abgebaut. Nix wie weg… Wir peilten als Tagesziel Paihia an, sahen aber leider nicht viel von der Strecke und der Bay Of Islands.




Laut Straßenkarte sollten wir mindestens drei Ortschaften durchkreuzen, weit und breit stand aber kein Haus. Keine Ahnung, wohin die verschwunden sind, vermutlich war ihnen ganz schön langweilig. Die Wolken hingen tief und Wassertropfen attackierten uns von allen Seiten, also suchten wir Zuflucht in einer Höhle, einer Glühwürmchenhöhle um genau zu sein. Die wiederum war in keiner Karte verzeichnet. Ein ziemlich durchgefatschter, aber nicht unspaßiger Guide erklärte uns einiges über Tropfsteine und das Szenario unter der Decke, die über und über mit den kleinen Tierchen besetzt war und die Milchstraße in drei Metern Entfernung vortäuschte. Allerliebst. Bei Regen ging es dann noch ein paar Meter durch den gleichnamigen Wald und kurz darauf guckten wir uns eine Toilette an. Nein, das ist nicht mein neues Hobby, sondern einzig und allein Friedensreich Hundertwasser geschuldet, dem es in Dresden nicht möglich war, sein Häuschen zu bauen, der aber in Kawakawa, i n t h e m i d d l e of n o w h e r e, die öffentliche Toilette opulent gestaltete. Zugegeben, es ist schon ein wenig seltsam, wenn man den Lokus im Fokus hat. Die Sprüche, die mir sonst noch dazu einfallen, halte ich aus Rücksicht auf meine gute Erziehung (*hust) und des geneigten Lesers schöngeistiges Feingefühl besser zurück.

ich hatte eigentlich gerade beschlossen, doch kein Foto zu machen & die Kamera auszuschalten... und das kam dabei raus




Auch am Tagesziel war es trübe, was Erinnerungen an einen schlammigen Spaziergang zu den Haruru Falls im Jahre 2001 weckte. (M., der Track, den wir damals gelaufen sind, war diesmal aufgrund von Erdrutschen gesperrt, ich vermute, wir haben das Schild seinerzeit geflissentlich übersehen) Gewieft wie wir sind, fanden wir diesmal einen Stellplatz in unmittelbarer Nähe des Wasserfalls. Für meinen Geschmack könnte das Wasser aber gänzlich aufhören, zu fallen, egal ob über ne Klippe oder vom Himmel. Bei so einem Wetter macht nämlich selbst Neuseeland keinen Spaß, denn die „Städte“ bieten nicht viel, um die Zeit sinnvoll rumzukriegen. Wie lange kann man sich mit einer Tankstelle, einem Tante-Emma-Laden, einer Touri-Info, drei Souvenirshops und zwei Klamottenläden aufhalten, wenn man nicht viel von Shoppen hält, satt ist und gerade kein Benzin braucht? In mir reift die Erkenntnis, dass ich ein Schönwetter-Tourist geworden bin. Ich schäme mich zutiefst…. So, fertig.
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