Donnerstag, 25. Oktober 2007

11.10.-13.10.2007

Adelaide - Melbourne

Day 1 - Underground

Wie schon erwähnt, hab ich mich mangels Alternativen (keine Mitfahrgelegenheit, ohne eigenes Auto schwer erreichbare Sehenswürdigkeiten, Kostenfrage etc) dazu hinreißen lassen, eine der von mir eigentlich gefürchteten Gruppentouren zu buchen, um irgendwie Richtung Melbourne zu kommen. In meinen schlimmsten Befürchtungen sah ich mich schon im Pulk die Landschaft erkunden, musste Saufgelage mit Briten durchstehen, bei denen man nur verlieren kann, hatte kreischende Britinnen in goldenen Pumps mit an Bord, die Frauenmagazine lesen und wissen, wo Britney Spears gerade ist, aber nicht, wo sie sich gerade befinden, traf auf Möchtegern-Pfadfinder und besserwissende Deutsche mit seltsamen Humor sowie auf einen Tourguide, der Animateuren auf Ibiza noch was beibringen kann. Glücklicherweise bewahrheitete sich nur der besserwissende Deutsche, aber den konnte ich ganz gut ignorieren. Insgesamt waren wir nur sieben Hanseln, was dem Ganzen sehr entgegen kam und so verließ ich an einem regnerischen Morgen Adelaide, um den ersten Stopp in einem Örtchen Namens Hahndorf zu machen, was einem als Sehenswürdigkeit verkauft wird, weil es eine Deutsche Siedlung ist. Die Häuser sahen eher nach Großbritannien aus, das Brot war nicht annähernd dunkel und auch sonst hätte ich auf Anhieb nicht erkennen können, was an der Stadt jetzt so besonders sein soll. Wirklich kurios fand ich aber schon, dass der Hahndorfsche Bäcker Henne hieß. Sehr gelacht habe ich außerdem über ein Faltblatt, was zur Ortserkundung dienen sollte. Der darin angepriesene Spaziergang wurde irrtümlich als Spaziergag ausgedruckt, was er auch wirklich war, denn in zehn Minuten hätte man diese Häuseransammlung ohnehin durchwandert. Auf dem Faltblatt wurde nun jedenfalls die Historie einer Kirche in aller Ausführlichkeit beschrieben, um dann den Abschnitt mit dem Satz zu beenden, dass es diese Kirche nicht mehr gibt. Man sollte sich also eine Wiese anschauen und imaginieren. Oder so. Hm, ich hab's sein lassen. Die Fahrt ging weiter Richtung Naracoorte, wo wir in einer Höhle rumkrabbeln sollten. Nun hab ich es eigentlich nicht so mit engen Räumen, zumindest nicht, wenn ich stundenlang darin Klettern, Kriechen und mich auf glibbrigen Steinen entlanghangeln soll, aber hey, ich war nun mal da. Wir wurden in superschicke Ausrüstung gesteckt (an dieser Stelle kommen die als Anheizer missbrauchten Teletubbies ins Spiel, denn ungefähr so sahen wir aus. Natürlich gibt es davon auch Fotos, aber die werde ich ganz bestimmt nicht hier reinstellen :-P) Nachdem ich fertig gelacht hatte, gings auch schon los und so ganz ohne war es tatsächlich nicht. Nicht nur einmal wusste man nicht, wo man landet und wie man durch diese Felsspalte überhaupt jemals durchpassen soll, aber am Ende hat es natürlich richtig Mob gemacht. Dennoch beruhigend, wenn man Licht am Ende des Tunnels sieht. Und wie wir so aus der Höhle wieder emporstiegen, stolz, verdreckt und siegessicher die Helme abnahmen und auf den Boden der Tatsachen zurückkehrten, schaute ich mich nach Bruce Willis um, denn aus den Teletubbies war ein Armageddon-Kampftrupp geworden. Ob Teambuilding immer so einfach ist?
Mit eigenen Fotos kann ich leider nicht dienen, weil ich es vorzog, die Kamera nicht mitzunehmen. Das folgende Bild zeigt einen Schweizer bei einem Engpass



Day 2 - Running Up That Hill

Am nächsten Tag hieß es Border Crossing von South Australia nach Victoria und plötzlich... Magie... wurden alle Uhren eine halbe Stunde vorgestellt. Die machen mich wahnsinnig hier. Es wäre ja auch zu einfach in allen Bundesstaaten am gleichen Tag die Sommerzeit zu ändern. Tasmanien brät wieder ne Extrawurst und macht das einfach zwei Wochen eher. Und dass, obwohl es dort am Kältesten ist. Und überhaupt... Sommerzeit im Oktober? Aber ich schweife ab. Wo war ich? Ach.. also wir fuhren jedenfalls in die Grampians, ein Gebirge, das der besserwissende Deutsche mit der Sächsischen Schweiz verglich, in welcher nur die Elbe fehlen würde. Grummelnd gab ich ihm zumindest in Ansätzen recht. Bei besten Wetter peitschten wir einen Berg hoch, um auf dem Gipfel im Regen zu enden. Tolle Sache. Es klarte zwar wieder auf, der Abstieg gestaltete sich dennoch rutschig, aber alle kamen heil an.



so siehts im südlichen Südaustralien gerade aus



und so in Victoria, obwohl das auch überall sein könnte



Grampians from a distance



richtungsweisend











Sensation! Aborigines-Engravings entdeckt!





Wasserfälle kann ich ja langsam echt nicht mehr sehen. Kängurus, Koalas und Emus heben mich auch nicht mehr an. Hilfe, ich stumpfe ab! Aber wenn die Digicam schon mal an ist...



Autokino

Day 3 - Great Great Ocean Road

Am Vorabend wurden wir mit dem dezenten Hinweis bedacht, eventuell geplante Trinkspiele nicht auszureizen, da es am letzten Tag auf die Touristenstrecke Great Ocean Road gehen sollte, die sich in angeblich 790 Kurven die Küste entlang schlengelt, was für empfindliche Mägen beschwerlich und für Mitreisende unangenehm werden könnte. Ich hab mich lediglich gefragt, wie, warum überhaupt und wer das gezählt haben will? War es ein Auftrag der Tourismusbehörde, die 79 Abgesandte per Fingerzählsystem nachrechnen ließ? Ging es moderner zu - mit Strichliste? War es am Ende nur Beschäftigungstherapie genervter Eltern für gelangweilte Kinder mit mathematischer Begabung? Man weiss es nicht...
So jedenfalls siehts da aus. Wirklich schick. Vom Meerblick krieg ich irgendwie nie genug.











Die Twelve Apostels durften natürlich auch nicht fehlen. Von denen stehen zwar nur noch acht, weil das Meer und Erosion nun mal immerzu arbeiten, das beeindruckt die Reiseunternehmen und Broschüren aber reichlich wenig, Tag für Tag werden Tourimassen dort abgesetzt, was die Felsen nach der Oper in Sydney und dem Ayers Rock zum am häufigsten fotografierten Motiv Australiens macht. Ich selbst beschloss, trotz Nieselregens, nun endlich mal mit nem Heli zu fliegen, was ich ja schon ewig machen wollte und irre Spaß machte.



zur Erinnerung für die Touris









Es gibt ein Foto, was mir noch zugeschickt werden muss, auf dem hab ich ein dermaßen begeistertes breites Grinsen... Das Bild wird nachgereicht.

Da die Straße ja nicht nur eine Seite hat, guckten wir auch mal, was es links davon zu sehen gibt, wo es dann wie folgt aussah:







Was ein Koala wohl bei diesem Anblick denkt?



die Richtung war klar



back again

Fazit: Wenn man eine entspannte Gruppe von überschaubarer Größe und einen guten Tourguide erwischt, kann man sowas ruhig mal machen. Mein Hobby wirds aber nicht. Obwohl auf Tasmanien... aber dazu später mehr ;)

1 Kommentar:

  1. Wow, Helikopter! Neid!! ;)
    Und zum Höhlenklettern kann ich nur sagen: Respekt! Ich hab am Wochenende erst "The Descent" gesehen (nein, definitiv kein Andrea-Film! *Kopf heftig schüttel*) und bin mir nicht sicher, ob ich jemals wieder einen Fuß in eine Höhle setze. Was einem da alles widerfahren kann...

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