Donnerstag, 2. August 2007

01.08.2007

(unsichtbare Überschrift)

Mensch, schon wieder August, schon zwölf Tage unterwegs. Aber ich muss ja nicht nach Hause, sondern bleibe einfach noch ein Weilchen. Und wo ich gerade von Bleiben rede: ich glaube, ich verlängere meinen Aufenthalt in Kapstadt. In Afrikaans wird die City auch gerne Slaapstadt genannt, yepp, richtig übersetzt: Schlafstadt. Es ist wirklich entspannt hier, Stau gibt’s nicht, Stress nur im Fremdwörterbuch, das Tempo ist gemächlich, die Lebensqualität hoch. Okay, ich war nicht im Township fragen, aber Ihr wisst schon, was ich meine. Die Innenstadt ist zu Fuß schnell durchkreuzt, der Strand, das Licht, das Wetter (zur Zeit), die Wolken, die Wellen etc. torpedieren den Genuss natürlich in einen Bereich, der sich im oberen Plusbereich verschanzt und überhaupt und sowieso bin ich gerade so was von begeistert, das ist nur schwer auszuhalten, auch für meine Mitmenschen, die ich mit einem Eifer zutexte, dass sie nur zwei Möglichkeiten haben: sich anstecken lassen oder verschwinden. Die meisten bleiben. So wie ich wahrscheinlich erstmal hier in der Stadt. Nur ein Grund zu Verweilen: man bekommt für zehn Euro massig Essen und zwei Flaschen leckeren südafrikanischen Weißwein in einem Restaurant direkt am Meer, die anschließende (sichere) Taxifahrt nach Hause inklusive Nachtzuschlag gibt es für zwei Euro. Streckenvergleich: Südvorstadt-Klotzsche. Und dabei ist mir sehr wohl bewusst, dass ich die „teureren“ Ecken ansteuere. Würde ich meine Adrenalin-Ressourcen beanspruchen wollen, ginge sicher noch viel mehr. Aber ich will’s mal nicht übertreiben. Aller sechs Sekunden wird in Südafrika eine Frau vergewaltigt. Blanke Realität. Man lernt hier schnell, auf sich aufzupassen. Man muss nicht panisch oder paranoid werden, aber der Schein kann trügen, wenn die Sonne lacht. Und über das HIV/Aids-Problem will ich mich mal gar nicht erst auslassen. Das macht einen unendlich traurig. Vor allem wenn man das Denken und Handeln der (politisch) Verantwortlichen in diesem Land mitbekommt. Take care everybody!

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