Dienstag, 24. Juli 2007

22.07.2007

Andrea allein Zuhause

Relativ früh am Abend war ich wieder in der Bertram Road, gegen halb sieben wird’s hier dunkel und erinnert einen daran, dass Winter ist. Im Haus traf ich immer noch niemanden an, also fiel ich völlig übermüdet ins Bett und wurde heute früh/mittags nach 14 Stunden Schlaf von lautem Hundegebell (Katze, bist du’s?) geweckt. Nach Pflichttermin beim Kaffeepott guckte ich mich nach Mitbewohnern um, fand aber niemanden. Langsam schwante mir, dass ich die Nacht total allein zugebracht haben musste. Selbst im Nachhinein wurde mir dadurch nicht mulmig, aber irgendwie bin ich mir sowieso gerade viel zu cool für das alles. Kein Angstschiss, kein Herzrasen, souveräne Frau von Welt? Darüber denk ich auf jeden Fall mal nach. Entgegen aller Prognosen kracht hier seit zwei Tagen die Sonne vom Himmel und lockte zur Stadtbesichtigung. Also spazie flanierte ich gute 40 Minuten die Strandpromenade entlang, hin zur Waterfront, einer Tourimeile wie sie im Buche steht, die aber auch wirklich schick ist.


*Promenade & Sea Point*


*ich dachte erst, Essen lockt, war aber doch nur Minigolf :(*

Alle Läden haben täglich und lange geöffnet, man bekommt, was das Herz begehrt und alles andere auch, draußen gibt es massig Sitzmöglichkeiten, die von Einheimischen und Touristen dankbar angenommen werden, schließlich schaut man abwechselnd rüber zum Tafelberg oder dem bunten Treiben zu.

*Waterfront-Areal*

*Grüsse nach Auckland und Sydney*

Überall wird getanzt, gesungen und getrommelt, wie traditionell das Ganze wirklich ist, sollte man wahrscheinlich nicht anzweifeln, unterhaltend ist es allemal. Ich suchte mir ne ruhige Ecke im Trubel und ließ endlich alles, was in den letzten Wochen so passierte, ein wenig sacken, was dazu führte, dass sich das Grinsen im Gesicht nur noch mehr festsetzte. Dann kaufte ich einen Adapter für die zahlreich mitgeschleppten Ladegeräte, schließlich will ich ja in Verbindung bleiben, und schon hatte ich mein Tagessoll erfüllt. Also schlenderte ich am Wasser zurück, ließ mich von der Brandung taufen und gewann ein paar Sommersprossen dazu. Ansonsten bleibt vorerst nur noch zu sagen, dass die Bauarbeiter dieser Welt das (An)Baggern nicht lassen können, hier wird einem solange „Sweetie“ hinterher gerufen, bis man aus dem Blickfeld verschwunden ist. Da ich mir auf wenigen Kilometern ungefähr zehn Mal irgendwas mit „blue eyes“ anhörte, aber nicht ganz so blauäugig bin, werde ich ab morgen die Sonnenbrille aufsetzen. Es kann so einfach sein. Das „Beware Of The Dog“ - Schild stellt sich im Nachhinein übrigens als eher niedlich heraus, da die meisten Häuser mit „ARMED RESPONSE“ drohen. Alle Grundstücke scheinen besser gesichert als die JVA am Hammerweg, zerschlagene Flaschen dekorieren nahezu jeden Zaun und falls man mit dem Trinken nicht hinterherkommt, dann sichern eben Stacheldraht und andere Dinge, die bei Berührung Schmerzen dürften, das Grundstück. Dass jedes noch so kleine Fenster vergittert ist, muss nicht extra erwähnt werden. Außerdem habe ich für drei Türen sieben Schlüssel, d.h., fünf Minuten muss ich morgens durchaus einplanen, um mich aus der Schutzzone zu befreien und das Haus hinter mir wieder zu verbarrikadieren.

Im Übrigen habe ich beschlossen, dass ich, wenn ich groß bin, gern am Meer leben möchte, denn der Geruch aus Brackwasser, Algen, Freiheit und Sonnencreme, der Klang der Brandung und salzige Lippen – was braucht’s mehr, wenn man Meer hat?

1 Kommentar:

  1. vb bot doch an, dass ihn alle mal am Meer besuchen kommen dürfen, wenn er sich da sein Bauernhaus errichtet hat. HURRA!

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