Freitag, 24. Juli 2009

Island Spezial

Island.

Ich lass das erstmal so stehen und warte ab, was sich für Bilder auftun, welche Künstler einem einfallen.

Pause
Pause
Pause

Nun ist es so, dass ich vor vielen, vielen Jahren (zehn um genau zu sein) mal da oben war. Schweineteuer war’s, aber unglaublich schön. Kalt war es auch. Und stürmisch. Regnerisch sowieso. Aber das macht alles nichts, wenn man sich an den Landschaften nicht sattsehen kann, sich nicht davon irritieren lässt, dass es keine Bäume gibt und keine Worte für all die Braun- und Grüntöne findet, die sich vor einem auftun. Viele schöne Menschen gibt’s dort auch – jedenfalls gemessen an der fast lächerlichen Einwohnerzahl des Landes..

Zum Stichwort Musik fällt einem auch eine ganze Menge ein – jedenfalls gemessen an der fast lächerlichen Einwohnerzahl des Landes.. ;-)
Da wären: Múm, Sugarcubes, Olafur Arnalds, Emiliana Torrini, Benni Hemm Hemm, GusGus, Amiina, Johann Johannson, Mugison, Sigur Ros natürlich und Björk.

Am 08.10.2008 taten sich nun Seabear und Borko zum Island Special in der Scheune zusammen.
Zum „Aufwärmen“ wurde ein 30minütiger Film namens „Arktis“ gezeigt, der, wie der Name vermuten lässt, Bilder dieser Landschaft zum Sehnerv schickte. Trotz intensiver Bearbeitung von Farbe und Textur wirkte das ganze etwas eintönig. Untermalt wurde der Film von einer Toncollage aus Naturklängen und Samples. Insgesamt eine nette Idee als Rahmenprogramm.

Danach betrat Borko die Bühne. Rundlich, bebrillt, Typ gemütlicher Bär, Musiklehrer und ausgestattet mit einer Stimme, die fast jede Frau gefügig machen dürfte. Live klingt die nämlich noch viel besser als auf Platte. Der trollige Akzent, die Optik.. ein putziges Gesamtpaket, das sich zwischen Melancholie und Albernheit nicht entscheiden kann. Oder wie sonst sind Liedtitel á la „Dingdong Kingdom“ oder „Doo Doo Doo“ zu erklären? Sein Album hat Borko „Celebrating Life“ genannt – und das scheint ein Vorsatz zu sein. Mit Rhythmusmaschinen, Bläsern, Glockenspiel und lustigen Interaktionen („when i say Bor you say ko“) liefert er eine unterhaltsame Show, während sich die Musik zuhause eher als gemütliches Hintergrundplätschern entpuppt und Gefahr läuft, wie Spielzeug zu enden, das man als Kind nach wenigen Tagen gelangweilt unters Bett geschoben und dort vergessen hat. Umso erstaunlicher, dass er live mit Präsenz und Stimme durchaus überzeugt.



Anschließend spielen auch Seabear leicht versponnene, fluffige, eingängige Popsongs („Arms“ könnte ein Hit sein) mit den gleichen üppigen Instrumentarien, deren sich isländische Musiker so gern bedienen. Mit den Jahren habe ich gelernt, dass ebenjene isländische Musiker zumeist in verschiedenen Projekten zugange sind und so verwundert es nicht, dass sieben/acht Menschen auf der Bühne stehen, von denen man nicht so genau weiß, in welches Kollektiv sie eigentlich gehören. Von Sigur Ros soll auch einer dabei gewesen sein.



Alles in allem ein beschwingter Spätsommerabend im Oktober.

Irgendwann 2009 wird vielleicht der Film “Musik from the moon” das Geheimnis um das kreative Potential in Island lüften. Watch out!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen