Montag, 18. Februar 2008

05.02.-10.02.2008

Santiago

Fragt mich bitte nicht, was ich in den paar Tagen in der Stadt gemacht habe. Ich konnte es auch nur anhand der sehr wenigen Fotos in Ansätzen nachvollziehen, der Rest ist nur smogvernebelte Erinnerung. Im Kampf um den Titel meiner Lieblingsstadt ist Santiago jetzt schon ganz weit abgeschlagen, sozusagen kaum noch zu sehen, versinkt soeben im Smog ...

Ich weiß, ich wollte was über die Schuhputzer schreiben, ich weiß nur leider nicht mehr was. Aber es war bestimmt unglaublich sozialkritisch mit Querverweisen auf Globalisierung, Menschenwürde und Schuhindustrie, also China.

Na gut, schreibe ich also doch ein paar Zeilen über Santiago, bevor ich alles komplett vergesse. Es wird sich wahrscheinlich ziemlich zusammenhangslos lesen, aber es ist spät, ich müsste eigentlich Spanisch lernen und prokrastiniere nur sinnlos, indem ich blogge. Ich habe also keine Zeit, mir Geschichten auszudenken. Naja, zumindest nicht offiziell. :)

Hab ich schon erwähnt, dass ich es großartig finde, dass man in Chile keinen Adapter braucht? Nein, hab ich nicht? Na dann wisst ihr es jetzt. Ich find das toll. Das ist nämlich unglaublich praktisch. Endlich wird einem die Entscheidung, ob man nun Handy, Kameraakku oder Laptop lädt, abgenommen.

Ein Euro sind circa 700 Peso. In meinem Geldbeutel (ein Versuch, das Wort Portemonnaie aus Unwissenheit über die korrekte Schreibweise zu umgehen) sind momentan 70000 Peso. Ich wünschte, es wären Euro.

Braucht jemand eine Antenne? Ich habe einen Stand entdeckt, an dem es nur Antennen gibt. In ganz vielen Ausführungen. Das war gleich in der Nähe von dem Stand mit Badeschwämmen und einzelnen Schnürsenkeln und dem Uno-Kartenspielverkäufer. Kaputte Glühbirnen & Lampen könnte ich auch besorgen. Die gab es in einem Laden, dort gab es nur defekte Dinge. Dinge, die bei uns kein Schrottplatz mehr annehmen würde. Kann man aber bestimmt noch was draus machen ... zum Beispiel Stromleitungen für Valparaiso, aber das ist ein anderes Thema, noch sind wir mit dem Blogbeitrag in Santiago.

Der Straßenverkehr bringt mich noch mal um. Aber nicht, weil einen die alten Busse in einer Rußwolke zurücklassen, die neuen Busse nur Millimeter entfernt an einem vorbeiheizen, oder Autofahrer beim Abbiegen oder an Fußgängerüberwegen nicht anhalten – das tun sie nämlich geradezu vorbildlich – sondern weil in Chile Rechtsverkehr ist. Und ich war doch jetzt sechs Monate in Ländern mit Linksverkehr unterwegs...

In Chile lebt die seltene Spezies der Terrortauben. Diese Art zeichnet sich dadurch aus, dass sie nur Millimeter an einem vorbeiflattert, mit Tempo 80 oder so, während gleichzeitig einer der neuen Busse an dir vorbeiprescht. Ich denke ja, Bus und Taube liefern sich Rennen. Sieger unbekannt, so schnell kann ich nicht gucken.

Ich hasse Buchläden. Buchläden mit Angeboten, Buchläden mit genau den Büchern in der Auslage, die ich schon lange mal lesen wollte, Buchläden mit Café, Buchläden mit Musikabteilung, Buchläden mit Rezensionen, Buchläden, die ihre Verkaufsstrategie nicht an der Bestsellerliste ausrichten. Ganz besonders aber hasse ich Buchläden mit fremdsprachigen Büchern, weil ich an denen vorbeigehen muss, trotzdem in die Fenster starre, versuche, die Titel zu übersetzen und irgendwann nicht widerstehen kann, den Laden entere und mit einem Wörterbuch wieder rauskomme. So geschehen in Santiago. Naja, Hassen ist vielleicht etwas hart ausgedrückt. Setzen wir stattdessen doch einfach das Antonym ein.

nicht besonders beeindruckende Bilder vom Zentrum Santiagos:









Daaaaaa ... irgendwo ... die Anden!



Präsidentenpalast



Lieblingskirche mit Pepsi-Laden

Stencils gab es viele in der Stadt, die Mengenangabe "viel" relativierte sich, als ich in Valparaiso ankam. Aber dazu später mehr. Erstmal ein paar wenige aus Santiago:

















So, damit hätte ich erfolgreich alle Stationen bis zum aktuellen Aufenthaltsort aufgearbeitet. Was für eine Erleichterung. Die Zusammenfassung einer sehr ereignisreichen letzten Woche in Valparaiso folgt in den nächsten Tagen.
Guten Morgen, Guten Nacht, wie auch immer .. schönen Wochenstart allerseits!

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