Mittwoch, 19. Dezember 2007

15.-16.12.2007

Off the beaten track

Die Reise ging weiter Richtung ländliches (soll heißen NOCH ländlicheres) Neuseeland, wo sich laut Lonely Planet „tiny outposts in a natural wonderland“ verbergen. Das akzeptiere ich ohne Widerworte, denn dort ist wirklich nicht viel los. Wer auf der Suche nach perfekten Beispielen für „Beschaulichkeit“ ist, findet sie in den Ortschaften an der Westküste. Mir fiel nichts anderes ein, als zu lesen und zwar so viel, als würden die Buchstaben verschwinden, wenn ich mich nicht beeile… So schafft man an zwei Tagen anderthalb Bücher. Apropos: Das Zeitgefühl kommt einem in dieser Region komplett abhanden. Wir wussten weder Tag noch Datum.























Zwischen Raglan und Kawhia befuhren wir mal wieder eine staubige, holprige, schmale, kurvige, dadurch langsame, aber sehr schöne und damit typische neuseeländische Nebenstrasse. Gegenverkehr gibt es so gut wie keinen und wenn doch einer entgegen kommt, dann wird’s eben kurz eng. Auf dem Weg nach Kawhia stoppten wir bei den Bridal Veil Falls, die sich 55m in den Abgrund stürzten, dabei aber einen sehr guten Eindruck machten :)

















In Kawhia selbst tickten die Uhren mal wieder seeehr langsam. Ein General Store, der gleichzeitig Post Office ist, zwei Zapfsäulen, kaum eine Menschenseele auf der Straße, ein paar Boote am Wharf, Männer mit Angeln und (Sensation und jeden Sympathiepunkt wert!): eine Library. Die hatte allerdings geschlossen.





Ganz in der Nähe gab es wieder einen Hot Water Beach, d.h. Loch buddeln und in badewannenwarmes Wasser setzen… Allerdings war allein der Dünensand schon so heiß, dass er mir fast die Fußsohlen verbrannte, was neben all dem Sand auch drei Fragen aufwarf: 1.) Wie kommt man in FlipFlops durch den Sand, ohne die halbe Düne abzutragen? 2.) Wie kommt man in FlipFlops durch den Sand, ohne den Eindruck zu erwecken, des Laufens nicht mächtig zu sein? und 3.) Deckt meine Krankenversicherung Verbrennungen an den Füßen, die man sich bei einem Küstenspaziergang zufügt?











Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich es sehr faszinierend finde, dass jedes noch so kleine Kaff einen Skatepark und einen Golfplatz hat? Hab ich nicht? Dann tue ich das hiermit. Ich finde es sehr faszinierend, dass jedes noch so kleine Kaff in Neuseeland einen Skatepark und einen Golfplatz hat. Vielleicht sollte ich mich darüber nicht wundern, denn die Landschaft gibt die Formgebung quasi natürlich vor – in all die Hügel muss nur noch Beton gegossen, oder mit dem Rasenmäher (Schaf) drüber gegangen werden. Hier und da ein Loch gebuddelt und ne Fahne reingespickt … Fertsch! Es kann so einfach sein. Löcher und Fahnen empfehlen sich natürlich nur auf dem Golfplatz.

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