Wer in Auckland die Natur vermisst, braucht nicht weit zu fahren, denn kurz hinter der Stadt heißen die Straßen wieder Scenic Drive und Mountain Road und haben diese Namen auch ohne den geringsten Einspruch meinerseits verdient. ;) Die Mountain Road zum Beispiel windet sich schmal durch scheinbar undurchdringlichen Regenwald und man vergisst innerhalb von Sekunden, dass man die Skyline von Auckland erspähen könnte, wenn nur der Wald nicht so dicht wäre. Tipp für alle, die irgendwann mal in Auckland vorbei kommen und der ewiggleichen Fast Food-Ketten und Shoppingcenter überdrüssig sind!
Wir jedenfalls machten einen Abstecher nach Piha und Karekare. Am Strand von Karekare wurden Szenen von „Das Piano“ gedreht, ich habe das so auf Anhieb zwar nicht wieder erkannt, aber es ist auch schon sehr sehr sehr lange her, dass ich diesen Film sah. Neben der Straße versteckt sich ein Wasserfall, der sogar mir gefiel, weil das H2O mal nicht nur über eine kleine Schwelle schwappt, was einem hier sonst immer als Naturspektakel verkauft wird.


Tja und dann entfernten wir uns via Highway von Auckland in Richtung zentrale Nordinsel, angesichts Wetterprognose und Vielzahl an Möglichkeiten etwas unschlüssig, wohin die Reise führen würde.

Huch, zu weit gefahren?
Es folgt ein Beitrag aus „ABs Beobachtungen in der Tierwelt“
Beim Autofahren kann man auffallend oft adrenalinsüchtige Vögel beobachten, die hier zuhauf an den Straßenrändern Spalier stehen und den Nervenkitzel suchen, indem sie mit einem lässigen Gesichtsausdruck (ich hab’s genau gesehen!) zur Seite schlendern, wenn sich ein Fahrzeug nähert. Da Vögel von Natur aus nicht gerade als Weitsprungtalente gelten, bleiben die besonders Tollkühnen unter ihnen auch gern mal auf der Strecke – im wahrsten Sinne des Wortes.
Es gibt einen Unterschied zwischen deutschen und neuseeländischen Mücken. Während die deutschen mich nur plagen, indem sie mir ihr sehr eintöniges Lied ins Ohr summen und mich dadurch um den Schlaf bringen (Exkurs Allein dafür hätten sie natürlich schon den Tod verdient, da ich aber Gnade vor Recht walten lasse, zeige ich ihnen meist nur betont ignorant die kalte Schulter. … Hat eigentlich Totschlag im Affekt in den Sommermonaten Hochsaison? Exkursende), mich ansonsten aber ignorieren, von maximal zwei unglücklich verirrten Ausnahmen im Jahr abgesehen, finden mich die neuseeländischen Mücken hingegen sehr anziehend und hinterlassen ihre Spuren. Das sind natürlich Erfahrungen, auf die ich gern verzichtet hätte, die aber nichts im Vergleich zu den Stichen bzw. Bissen der Sandflies sind. Die sind fies. Nicht nur vom Schmerzempfinden, sondern auch weil sie zum Kratzen verpflichten und die Markierungen dieser kleinen Biester verdammt lange sichtbar bleiben.
Es gibt sie. Eisvögel. Im schillernsten BLAU.
Was halten eigentlich die Rinder davon, dass sie in den üblichen Reiseführern über Neuseeland (wenn überhaupt) nur sehr zurückhaltend erwähnt werden? Meine vorsichtigen Schätzungen beim Autofahren summieren sich nämlich auf einen Gleichstand in der Anzahl von Schafen und Rindern. Dabei sehen Schafe doch auch nicht viel schöner aus als Rinder, zumal dann nicht, wenn sie geschoren sind – und das sind sie zumeist. Die Souvenirjäger wollen schließlich ihre Strickwaren aus echter neuseeländischer Wolle auf Vorrat, als Mitbringsel, als Mottenfutter kaufen…
Übrigens hat mir noch keiner beantwortet, ob das weibliche Schaf nun eine spezifische Bezeichnung hat, oder nicht. Was zwei Schlussfolgerungen zulässt: Entweder liest hier keine gewiefte Feministin mit, oder aber: Nur weil mir dazu nichts einfällt, muss ich mir nicht gleich Sorgen um meine Bildung machen. Google habe ich jedenfalls noch immer nicht bemüht. Ist nun aber auch wirklich keine Frage, die mir auf dem Herzen brennt…
Das männliche Tier nennt man „Bock“ oder „Widder“, das weibliche wird als „Mutterschaf“, „Au“ oder „Aue“ bezeichnet.
AntwortenLöschenUnd außerdem:
In Neuseeland gibt es Kühe, die aufgrund einer natürlich zustande gekommenen Genmutation fettarme Milch geben. (siehe NEON-neueste Ausgabe)
Schon probiert?
Björn
wow! wieder was dazu gelernt... nur wieso denke ich plötzlich an ein sächsisches mittelgebirge und einen fußballclub? hm, egal. ach so, dieses genmutierte erzeugnis habe ich noch nicht probiert.
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