Sonntag, 4. November 2007

02.11.-05.11.2007



Am Morgen musste ich viel zu frueh ein "See ya!" zu Anja & Sydney murmeln, wackelte noch vorm Berufsverkehr zum Flughafen, wo (natuerlich) noch lange kein Boarding angesetzt war, denn das Flugzeug befand sich nicht mal in der Naehe Sydneys. Irgendwann sass ich im Flieger, der Pilot liess verlauten, dass man noch Tanken muesse, wofuer ich natuerlich Verstaendnis zeigte, ist ja auch in meinem Interesse. Bei durchschnittlich einer Stunde Verspaetung pegel ich mich langsam ein. So gab es statt Fruehstueck spontan Lunch und ich startete den Tag mit Chicken Curry, was die Erkenntnis aufkommen liess, dass ich bisher bei jedem (!) Flug nicht nur mit Verspaetung, sondern auch mit Chicken Curry rechnen muss. Ich vermute, dass sich das Federvieh freiwillig zur Verfuegung stellt, um wenigstens einmal im Leben Fliegen zu koennen. Okay, wirklich lebendig sind sie dann ja nicht mehr. Aber ich schweife ab...



Anflug

In Wellington angekommen, musste ich mich in Geduld ueben. Bei der Einreise gibt es vier Abfertigungsschalter fuer Neuseelaender und Australier, aber nur einen Schalter fuer alle anderen Passports. Als ob das nicht schon zeitfressend genug waere, musste ich mich dort den sehr investigativen neuseelaendischen Behoerden stellen. Die erste Kontrolle fragte mich aus, ob ich zum ersten Mal in NZ waere. Als ich verneinte, fragte sie doch tatsaechlich, warum ich wieder da waere. Sehr ueberzeugt von der Reisequalitaet ihres Landes schien sie nicht zu sein. An der Passportkontrolle brachte ich dem Beamten dann Kopfrechnen bei, denn er war der Meinung, dass vom 02.11.-01.02. kein Touristenvisum fuer drei Monate ausreicht, sondern das Amt fuer Visa-Angelegenheiten bemueht werden muesse. Mit denen wollte ich mich nun aber gar nicht auseinander setzen. Irgendwann kapierte er es dann doch noch, aber nur aufgrund meiner anschaulichen Beweisfuehrung mit den Fingern zu zaehlen. Nachdem diese Huerden erfolgreich gemeistert worden, wartete schon die naechste spitzfindige Beamtin. Auf die Frage, wo ich mich in Australien rumgetrieben haette, antwortete ich wahrheitsgemaess auch mit Tasmanien. Das war natuerlich Anlass genug, saemtliches Schuhwerk zu inspizieren sowie meinen Rucksack durch ausfuehrliches Wuehlen gehoerig durcheinander zu bringen. Meine zwei/drei Fundstuecke von Australischen Straenden wurden konfiziert, ich erhielt einen Zettel, dass ich mir das Zeug bei Ausreise wieder abholen kann und wurde entlassen. Doch ich freute mich zu frueh. Mein Gepaeck musste noch gescannt werden. War klar, dass dabei auch Fragen aufkamen. Der nette Herr unterstellte mir den Schmuggel von Honig/Marmelade/Creme - alles Dinge, die ich garantiert nicht bei mir hatte und erst recht nicht Schmuggeln wuerde. Nach kurzer Diskussion, dass ich aber ganz sicher ein Glas oder eine Dose im Gepaeck haette und meiner hartnaeckigen, fast schon widerborstigen Verneinung, nahmen wir also auch hier alles auseinander, bis ich auf die Idee kam, dass eventuell die Form meines Adapters den Herrn in die Irre gefuehrt haben koennte. Er hielt es zunaechst fuer ausgeschlossen, liess sich dann aber von einem erneuten Test-Scan des Rucksacks diesmal ohne Adapter ueberzeugen und grummelte eine kleinlaute Bestaetigung. Eine Stunde nach Landung trat ich als (fast) Bummelletzte aus dem Ankunftsbereich, wo Carsten (kurz vorm Einschlafen) auf mich wartete.

mein Airport-Shuttle:



mit Schild!



Wir fuhren noch ein bissel durch die Gegend, dinnierten in einem netten, kleinen Cafe, wo wir anscheinend so beduerftig aussahen, dass uns die Angestellte bei Ladenschluss (auch in Neuseeland 17Uhr) uebriggebliebene sausage rolls andrehte und erklaerte "it's like a pie, but it's not a pie". Nee, is klar.





vielleicht irgendwann mal auf dem Abendbrotteller



Am Abend trafen wir uns mit ein paar Freunden von Carsten und gingen in die Innenstadt, wo ich nach und nach einiges wiedererkannte (hey M., hier hat sich nuescht veraendert :)) und kurzen Kontakt zur Clubszene aufnahm. Nach ein paar Minuten wollte ich dann doch lieber die Umgebung entdecken, was dazu fuehrte, dass es nur im Stop & Go - Verfahren vorwaerts ging. Aller paar Meter entdeckte ich naemlich Veranstaltungsplakate, die ich mit wachsenden Erstaunen las, denn Matthias Tanzmann, DJ Dixon, DJ Hype, Jose Gonzales, Bjoerk... sind im Lande, wenn ich es auch bin. Wer haette das gedacht?

Samstags starteten wir mit einem BBQ in den Tag, was die International Students von Carstens Uni organisiert hatten. So gab es lecker (und reichlich) Essen und ich lernte noch mehr Leute kennen. Danach wurden die Annehmlichkeiten der Uni ausgenutzt und ich verlor mich fuer ein paar Stunden im Internet.

Der Beweis: banq ist ueberall



Vom Sonntag kann ich nicht viel schreiben, denn ich schlief unfassbare 15 Stunden. Der Rest des Tages verlief auch in Zeitlupe. Keine Ahnung, ob ich das als erste Jetlag-Erfahrung meines Lebens verbuchen soll. Wahrscheinlich schon, obwohl ich sowas zwischen NZ und Australien am wenigsten erwartet haette.

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