Keine Fotos
Am nächsten Morgen klopfte ein Unwetter an die Scheibe, der Tag wollte einfach nicht vergehen, also nahm ich nachmittags den Bus nach Port Elizabeth, was mir eine Fahrt durch Sturm und Hagel bescherte sowie miesepetrige Mitreisende. In PE angekommen, stieg ich im erstbesten Hostel ab, was sich als bisher größte Fehlentscheidung herausstellen sollte. Im ganzen Haus roch es undefiniert eklig, die Gäste waren äußerst suspekt und überwiegend besoffen, aber es war spät am Abend und ich wollte mich nicht mehr nach einer anderen Absteige (in diesem Fall das passendes Wort) umschauen. Zum Glück kamen noch zwei Mädels an, die mein Entsetzen teilten, aber zu meiner Beruhigung blieben, es ging schließlich nur darum, die Nacht rumzukriegen. Das sollte sich allerdings äußerst schwierig gestalten, denn gegen 02:00 Uhr morgens stolperten zwei sturzbetrunkene Typen ins Zimmer, die sich exakt nach Vorgabe des Leitfadens für Besoffene verhielten ... ich will nicht ins Detail gehen, es war widerlich und das einzige Gute, was ich mir einreden konnte, war, dass sie nicht gekotzt haben, zumindest nicht ins Zimmer. Im Morgengrauen packten die Mädels und ich unser Zeug zusammen und verließen fluchtartig das Haus, nicht ohne vorher noch wüste Beschimpfungen und Verwünschungen der Hausmutter mit auf den Weg zu bekommen. Da standen wir nun, im Regen, irgendwo in PE und suchten in einem Backpackerverzeichnis nach einer neuen Unterkunft. Wir nahmen das nächste vorbeikommende Taxi, ließen uns von dem sehr merkwürdigen (ebenfalls schimpfenden und verwünschenden) Fahrer über’s Ohr hauen, aber kamen zum Glück in einem sehr netten Backpacker an. Da es immer noch wie aus Kübeln schüttete, ich total übermüdet, angenervt und ratlos angesichts der Freizeitgestaltung war, verordnete ich mir Wellness und verbrachte den Tag mit ausgiebigem Restaurants testen, hier ein Kaffee, dort ein Apfelstrudel, da eine Portion Seafood usw., danach ging ich für zwei Euro Eintritt ins Kino („Bourne Ultimatum“ … naja, ich wurde schon besser unterhalten, aber das restliche Programm bestand aus Schnulzen oder Comedy-Streifen, bei denen mir vorher klar war, dass ich den Humor der Script-Schreiber nicht teilen werde). Anschließend organisierte ich meine Flucht aus Port Elizabeth, die am nächsten Tag kurz nach sechs Uhr im Schutze der Dunkelheit stattfinden sollte.
Dienstag, 4. September 2007
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen