Montag, 13. August 2007

12.08.2007

Canal Walk

Vom Herdentrieb mitgerissen und nun nicht gerade ein Shoppingfreak, fand ich mich inmitten von 400 Geschäften in der größten Mall der südlichen Hemisphäre wieder. Bin vor Langeweile bald umgekommen. Habe mir also ein Buch gekauft. Und Kaffee. Um den Tag irgendwie zu überstehen. Las Camus’ „The Outsider“. Bin ja in Kapstadt, brauche also mindestens einen Widerspruch am Tag. Diesen Einkaufstempel konnte ich kaum ertragen: erbaut wie Vergnügungsareale in Las Vegas, mit fotokopierten Gemälden des 17. Jahrhunderts in der Kuppel, in einer anderen Kuppel: gesammelte Werke der Coca Cola Werbung, ansonsten Prunk, Glanz, Möchtegern-Art Deco, pfützengroßer Teich mit Gondel …. Offenbar war der (Innen)Architekt ziemlich unentschlossen oder besoffen, vielleicht auch einfach nur unfähig. Ist jetzt natürlich alles ein wenig überspitzt dargestellt. Wer sich ein eigenes Bild machen will, suche mit dem Stichwort Canal Walk im Netz. Wem das Gesehene gefällt, wird abgemahnt! Diesen Bau haben sie übrigens wie zum Hohn auch an den Highway gesetzt. Wer gerade nicht weiß, was ich meine, lese noch mal den Beitrag vom 09.08.

2 Kommentare:

  1. *grusel*
    Ich bekomme in solchen Heiligtümern moderner Verkaufs(un?)kultur regelmäßig Beklemmungen und akute schlechte Laune. Interessant ist für mich nur, die Leute bei ihrer Jagd nach was-auch-immer zu beobachten.

    Die eigentliche Frage ist aber: wer ist ärmer? Und wen würde man als Gesprächspartner bevorzugen? Die Township-Bewohner oder die Besucher solcher Shopping-Malls? ;)

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  2. "Die größte Ersparnis, die sich im Bereich des Denkens erzielen läßt, besteht darin, die Nicht-Verstehbarkeit der Welt hinzunehmen - und sich um den Menschen zu kümmern."
    Albert Camus

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