Montag, 30. Juli 2007

29.07.2007

Keep refrigerated

Aufzuwachen und in den Regen zu blinzeln, kann so manchen Tagesplan über den Haufen werfen. Eigentlich wollte ich aus der Stadt rausfahren und mir das Umland anschauen, aber das Wetter versprach trübe bzw. keinerlei Aussichten. Mir noch den Schlaf aus den Augen reibend, tapste ich in die Küche, wo ich auf zwei Südafrikaner traf (anscheinend die Besitzer des Hauses), die mit Mütze und Jacke bekleidet dort saßen und frühstückten. (Das nur mal, um Euch einen Eindruck zu verschaffen, wie kuschelig wir es in Europa dank Zentralheizung haben.) Zugegeben, mir ist es zur Zeit auch ein wenig zu frisch hier, zumal es im Haus oft kälter als draußen ist, aber das sind dann schon echte Memmen. Sie empfahlen mir, statt des Umlands einen Markt anzusteuern, auf dem es Handgeschnitztes und Geklöppeltes geben sollte, auf jeden Fall Unikate, Originale und traditionelles Kunsthandwerk. Das war ja dann aber wohl die Verarsche schlechthin. Man kann Touristen von mir aus wirklich gern für blöd verkaufen, selbst Schuld, wenn sie jeden Mist mitmachen und alles glauben, aber was dort geboten wurde, war ganz schön dreist. An jedem Stand gab es dasselbe, die ewiggleichen Schalen, Bilder, Masken etc. und jeder Händler quatschte einen mit „first customer – best price“ an. Ich kam mir vor wie bei Höffner in der Dekorationsabteilung, wo versucht wird, durch Salatbesteck aus Holz und sich dekorativ windende Giraffen ein exotisches Wohngefühl zu entfalten. Die bereits vor ein paar Tagen erwähnte deutsche Grundschullehrerin war auch am Start und angesichts ihrer riesigen Ausbeute an „typisch afrikanischen Produkten“ total aus dem Häuschen. Ich bin gespannt, wann sie das Made in China entdeckt. Sie erzählte mir, dass sie für ihre zwei Wochen Kapstadt 22kg Gepäck dabei hätte und ich fiel endgültig vom Glauben ab. Die Förderbandwaage auf dem Flughafen zeigte für meine Kraxe übrigens lächerliche 12kg an. Ich beschloss, nicht weiter über unterschiedliche Lebensanschauungen nachzudenken, trommelte ein paar Leute und Salim zusammen, der uns bereitwillig als ortskundiger Fahrer zur Verfügung stand und ab ging’s von einem Ausguck zum nächsten. Das Wetter… nun ja, es hätte besser sein können, der Tag versank im Nieselregen und so manche Böe ermöglichte Kite-Surfen – mit mir als Kite. Wir fuhren auf den Signal Hill


*vom Winde verweht vorm Tafelberg (unsichtbar)*

und in die Vororte von Kapstadt,

*suburb*

immer die Küste entlang mit Stopp am Bloubergstrand, von wo aus man einen Blick auf die Stadt hat, den jeder kennen dürfte: In der Mitte der Tafelberg, davor die Stadt, davor das Meer, rechts vom Tafelberg sieht man Signal Hill, Lions Head und Sea Point, wo ich zur Zeit wohne.

*Bloubergstrand - wie sie sehen, sehen sie nichts*

Völlig durchgefroren, fielen wir für zwei Stunden in ein Restaurant direkt am Meer ein, in dem ich mich ein wenig deplatziert fühlte, denn es war für meine Verhältnisse ziemlich schick. Riesige Glasfronten mit Blick auf Ozean und Tafelberg, emsig umherwuselnde Kellner, piekfeine Inneneinrichtung. Wir hatten unseren Spaß, aßen alle Etwas mit vornehm klingenden Namen, wussten nicht wirklich, was da eigentlich so übersichtlich portioniert, an einer einsamen Kartoffel an-/ ausgerichtet auf dem Teller lag, aber geschmeckt hat’s - alle Klischees erfüllt. Nur der Rechnungsbetrag wollte nicht so recht passen: es hat mich keine zehn Euro gekostet. Wirklich unbezahlbar waren die Gespräche bei Tisch und das Gefühl, dass man hin und wieder Menschen begegnet, die einem innerhalb kürzester Zeit wichtig werden. Hach, man müsste das Wann, Wie und Wo derartiger Begegnungen beeinflussen können, aber das wäre dann wohl doch zu einfach.

ansonsten:



*wenn der Lieblings-DJ das Kaufverhalten beeinflusst*



*genug gesehen, ich hau ab*



*circa 16 Euro*



*got ya!*

5 Kommentare:

  1. In DD ist auch grad Windjackenwetter: 11 Grad heute früh (!), jetzt sind's immerhin siebzehn, und Wind und Regenschauer bis zum abwinken... Island lässt grüssen. ;)

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  2. Ach so, und die eingemummelten Frühstücker hätte ich gern mal gesehen! Heimliche Fotos, bitte! :)))

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  3. ey, ich war noch im halbschlaf, so schnell konnte ich gar nicht reagieren. außerdem musste ich mit dem anblick auch erstmal fertig werden ;)

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  4. die augen!
    so geil.-)
    du sollst doch keine tabletten von fremden nehmen:-)

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  5. Bin begeistert von dem, was Du schreibst und wie Du schreibst .Weiter so,Weltreise-Andrea:-)LG Mandy

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